Wie Google Urheberrechtsverletzungen unterbinden will

News | 8. November 2018
Nicht erst seit der geplanten, viel umstrittenen EU-Urheberrechtsreform stehen Fragen nach dem Umgang mit Online-Plagiaten im Raum. Denn nach wie vor sind viele Gesetzestexte nicht an den digitalen Raum angepasst. Nun meldet sich Google zu Wort: Urheberrechtsverletzungen sollen künftig noch gezielter verhindert werden.

Fünf Prinzipien gegen die Piraterie

Google will Urheberrechtsverletzungen künftig noch stärker bekämpfen

Google will Urheberrechtsverletzungen künftig noch stärker bekämpfen

Das Unternehmen Google hat bezüglich Urheberrechtsverletzungen im Netz kürzlich einen Maßnahmenplan veröffentlicht. Der Bericht ist mit “How Google Fights Piracy” (Wie Google Piraterie bekämpft) betitelt und stellt auf rund 60 Seiten dar, wie der Konzern jetzt schon gegen Plagiate vorgeht und was in Zukunft noch geplant ist.

Auf der Seite der deutschen Google-Niederlassung kann in einem Blogeintrag eine Zusammenfassung der bisherigen und geplanten Maßnahmen nachgelesen werden. Diesen liegen nach eigenen Angaben fünf Prinzipien zugrunde:

  • mehr legale Alternativen schaffen
  • die Finanzierungsgrundlage von Piraterie-Webseiten kappen (“dem Geld folgen”)
  • Schutz gegen falsche Urheberrechtsbeschwerden
  • Maßnahmen, die Google gegen Urheberrechtsverletzungen trifft, sollen auch im großen Maßstab anwendbar sein, um eine schnelle Bearbeitung zu garantieren
  • regelmäßiger Transparenzbericht mit Veröffentlichung der Anfragen von Rechteinhabern und Regierungen
Zudem verwendet die Google-Plattform YouTube das sogenannte Content-ID-System, bei welchem neue Videos mit der bereits bestehenden Datenbank verglichen und Urheberrechtsinhaber bei Übereinstimmungen informiert werden.

Unternehmensgeschichte durch viele Skandale geprägt

Auch wenn Google Urheberrechtsverletzungen entgegenwirkt, bleiben andere Probleme des Unternehmens bestehen

Auch wenn Google Urheberrechtsverletzungen entgegenwirkt, bleiben andere Probleme des Unternehmens bestehen

Dass Google Online-Urheberrechtsverletzungen im Netz jetzt in den Vordergrund stellt, kann einerseits als löblich bezeichnet werden. Schließlich sind die Bemühungen um wettbewerbsrechtliche Fairness auch auf Seiten der Anbieter wichtig, um einen einheitlichen, juristischen Rahmen zu schaffen und die Rechte der Werkschöpfer zu garantieren.

Dennoch muss natürlich betont werden, dass Google stets wegen mangelhaftem Datenschutz von sich Reden machte. Auch die teils undurchsichtige Arbeitsweise der eigenen Suchalgorithmen, Daten-Deals mit der CIA oder das Profiling von Nutzern durch die Verwendung mehrerer Google-Dienste sind Umstände, welche den oft betont versöhnlichen und zurückgenommenen Auftritt Googles eher entgegensteht.

Bildnachweise: depositphotos.com/photogearch, fotolia.com/relif

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (55 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.