Zitate im Urheberrecht: Wann ist eine Verwendung zulässig?

Von urheberrecht.de, letzte Aktualisierung am: 28. September 2020

So manch einen kreativen Erguss bekannter Dichter und Denker würden wir uns manchmal gerne zu Eigen machen. Dank des Zitatrechts ist dies in einem begrenzten Umfang auch tatsächlich möglich. Allerdings müssen Zitate gemäß dem Urheberrecht verschiedene Kriterien erfüllen, um rechtlich zulässig zu sein. Welche Vorgaben es beim Zitieren im Einzelnen zu erfüllen gilt, klären wir im nachfolgenden Ratgeber.

Zitate veröffentlichen: Das Urheberrecht definiert Vorgaben für die Verwendung fremder Werke.
Zitate veröffentlichen: Das Urheberrecht definiert Vorgaben für die Verwendung fremder Werke.

FAQ zum Thema „Zitate im Urheberrecht“

Sind Zitate urheberrechtlich geschützt?

Bereits kurze Textpassagen, einzelne Bilder bzw. Filmausschnitte und Tonfolgen können dem Urheberrecht unterliegen, sodass es die rechtlichen Vorgaben beim Zitieren zu beachten gilt. Anderenfalls kann eine Urheberrechtsverletzung vorliegen, die ggf. eine Abmahnung nach sich zieht.

Welche Regeln gelten gemäß dem Urheberrecht beim Zitieren?

Eine Übersicht zu den gesetzlichen Vorgaben, die das Urheberrecht an Zitate stellt, finden Sie hier.

Wann kann ich Zitate verwenden, ohne das Urheberrecht zu berücksichtigen?

Diese Möglichkeit besteht insbesondere, wenn es sich dabei um gemeinfreie Werke handelt.

Rechtliche Grundlagen zum Zitat

Durch die Schrankenregelungen im Urheberrecht ist Zitieren ohne das Einverständnis des Urhebers erlaubt.
Durch die Schrankenregelungen im Urheberrecht ist Zitieren ohne das Einverständnis des Urhebers erlaubt.

Möchten Sie fremde, urheberrechtlich geschützte Inhalte verwenden, ist dafür in der Regel das Einverständnis des Schöpfers notwendig. Allerdings sieht das Urheberrecht unter bestimmten Voraussetzungen auch Ausnahmen vor. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang auch von den Schranken des Urheberrechts. Der wohl bekannteste Vertreter dieser Sonderregeln ist das Zitat.

Gemäß dem Urheberrecht lassen sich Zitate als eine ersichtliche Übernahme von fremdem Gedankengut definieren, die insbesondere bei wissenschaftlichen Arbeiten von großer Bedeutung ist. Denn die Auseinandersetzung mit fremden Erkenntnissen trägt maßgeblich zur kulturellen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung bei.  

Allerdings dürfen unter dem Deckmantel des Zitats nicht wahllos fremde Aussprüche oder Redewendungen verwendet werden, um zum Beispiel Internetseiten oder Briefköpfe ansprechender zu gestalten. Denn für die Verwendung der Zitate schreibt das Urheberrecht unter § 51 Urheberrechtsgesetz (UrhG) konkrete Vorgaben vor.

Wer beim Zitieren das Urheberrecht missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen. Denn in diesem Fall liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, gegen die der Geschädigte juristisch vorgehen kann. In der Regel folgt eine Abmahnung, um unter anderem Ansprüche auf Schadensersatz und Unterlassung geltend zu machen.

Welche Anforderungen müssen Zitate gemäß Urheberrecht erfüllen?

Grundsätzlich müssen Zitate, um dem Urheberrecht zu entsprechen, fünf Kriterien erfüllen. Worum es sich bei den Anforderungen im Einzelnen handelt und was diese konkret fürs Zitieren bedeuten, klären wir nachfolgend:

1. Der Auszug stammt aus einem bereits veröffentlichen Werk.

Laut dem Urheberrecht können Zitate nur aus Werken stammen, die bereits veröffentlicht sind und gleichzeitig noch den urheberrechtlichen Schutz genießen.

2. Das Zitat muss einen Zweck erfüllen.

Urheberrecht für Zitate: Wer Sprüche nutzen will, ohne dabei einen konkreten Zweck zu verfolgen, sollte z. Bsp. gemeinfreie Werke von Gaius Iulius Caesar wählen.
Urheberrecht für Zitate: Wer Sprüche nutzen will, ohne einen Zweck zu verfolgen, sollte z. B. Werke von Caesar wählen.

Zitate sind im Urheberrecht nur zulässig, wenn diese eine Funktion haben und zum Beispiel bei wissenschaftlichen Arbeiten zur Erläuterung dienen.

So gilt nicht nur inhaltlich, sondern auch rechtlich der Grundsatz: „Ein Zitat steht nie allein.“ Daher können Zitate auf Postkarten gegen das Urheberrecht verstoßen, denn bei diesen fehlt in der Regel der sogenannte „Zitatzweck“.

3. Das zitierende Werk erfüllt selbst die Kriterien einer persönlich geistigen Schöpfung.

Die Zitierfreiheit kann grundsätzlich nur in Anspruch genommen werden, wenn das Zitat Bestandteil eines urheberrechtlich geschützten Werks ist. Die Schöpfung muss sich daher durch ein gewisses Maß an Individualität und Kreativität auszeichnen.

4. Das Zitat ist als solches erkennbar und mit einer Quellenangabe versehen.

Zitate müssen gemäß Urheberrecht als fremdes geistiges Eigentum zu erkennen sein. In der Regel kommen dafür Anführungszeichen zum Einsatz, aber auch eine kursive Darstellung kann die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Darüber hinaus verlangt der Gesetzgeber eine Quellenangabe. Dabei sind sowohl der Autor als auch der Ursprung des Auszuges zu benennen.

5. Der Auszug wurde nicht verändert.

Beim Zitieren gilt ein sogenanntes Veränderungsverbot, daher muss das Werk unverändert übernommen werden. Dies schließt in der Regel sogar grammatikalische Anpassungen aus.

Möchten Sie ohne Rücksicht auf das Urheberrecht Zitate verwenden bzw. können Sie die Anforderungen bei Ihrem Projekt nicht erfüllen, sollten Sie sich für Inhalte entscheiden, die ein freies Zitieren ermöglichen. Hierbei handelt es sich vor allem um gemeinfreie sowie amtliche Werke.

Zitate im Urheberrecht – kurz und kompakt

Beim Zitat handelt es sich um eine Schranke des Urheberrechts, welche die Verwendung von fremdem geistigem Eigentum ohne das Einverständnis des Urhebers ermöglicht. Damit Zitate gemäß dem Urheberrecht zulässig sind, gilt es, strenge Anforderungen zu erfüllen.

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