Vergriffene Werke: Zwischen Vergessen und Digitalisierung

Die Digitalisierung und Bereitstellung von Werken im Internet stellt eine der größten Herausforderungen für die kulturellen Einrichtungen dar. Denn dabei kann es zum Konflikt zwischen dem Urheberrecht und dem Bestreben, das kulturelle Erbe für alle zugänglich zu machen, kommen. Von diesem Problem sind insbesondere vergriffene Werke betroffen.

Vergriffene Werke: Im Handel sind sie nicht mehr erhältlich, aber in Antiquariaten können Sie fündig werden.

Vergriffene Werke: Im Handel sind sie nicht mehr erhältlich, aber in Antiquariaten können Sie fündig werden.

Vergriffene Werke – kurz und kompakt

Als vergriffene Werke werden insbesondere Bücher und Zeitschriften bezeichnet, welche noch als urheberrechtlich geschützt gelten, allerdings nicht mehr über die herkömmlichen Vertriebswege erhältlich sind. Vergriffene Werke sind insbesondere beim Thema „Digitalisierung“ von Bedeutung.

Was sind vergriffene Werke?

Gilt ein Buch als vergriffen, ist eine neue Auflage meist nicht möglich.

Gilt ein Buch als vergriffen, ist eine neue Auflage meist nicht möglich.

Ein Werk – dies bezieht sich insbesondere auf eine Zeitschrift oder ein Buch – gilt als vergriffen, wenn es über den Verlag bzw. sonstige Hersteller nicht mehr verfügbar ist. Vergriffene Werke sind durch den Abverkauf nicht weiter im herkömmlichen Handel zu erwerben. Lassen sich die Inhaber der Rechte vor dem Ablauf der urheberrechtlichen Schutzfrist nicht mehr ausfindig machen, besteht in der Regel keine Möglichkeit für eine neue Auflage oder eine andere Art der Verwertung. Die vergriffenen Werke drohen dadurch in Vergessenheit zu geraten und für das kulturelle Erbe verloren zu gehen.

Daher plant die EU-Kommission die Regelungen für vergriffene Werke zu vereinfachen. So sollen durch die künftige Reform des europäischen Urheberrechts die Verwertungsgesellschaften als Rechteverwalter fungieren. Dies soll es Bibliotheken oder anderen kulturellen Einrichtungen ermöglichen, entsprechende Nutzungsrechte zu erwerben.

Der Gesetzgeber räumt den Urhebern vor einer Lizenzierung durch die Verwertungsgesellschaften allerdings die Möglichkeit eines Widerspruchs ein. Dafür werden diese gemäß Verwertungsgesellschaftengesetz (VGG) in das Register vergriffener Werke eingetragen.

Register vergriffener Werke

Vergriffene Bücher finden: Das Register für vergriffene Werke dient als Datenbank.

Vergriffene Bücher finden: Das Register für vergriffene Werke dient als Datenbank.

Das Register vergriffener Werke wird gemäß § 52 VGG beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) geführt. Es dient als Verzeichnis für vergriffene Werke, welche vor 1966 veröffentlicht worden sind und bei denen eine Verwertungsgesellschaft eine Lizenzierung beabsichtigt. Es handelt sich bei dem Register daher um keine vollständige Auflistung sämtlicher vergriffener Bücher.

Ist bei einem vergriffenen Werk eine neue Auflage geplant, muss die verantwortliche Verwertungsgesellschaft den Titel in das Register vergriffener Werke eintragen. Dieser Vorgang hat dabei noch vor dem Abschluss der Lizenzvereinbarung zu erfolgen.

Legt der Urheber bzw. der ursprüngliche Rechteinhaber nicht innerhalb von sechs Wochen nach Bekanntmachung der Eintragung gegenüber dem Register einen Widerspruch gegen die beabsichtigte Lizenzierung ein, besteht gemäß § 51 VGG die Vermutung, dass dessen Einverständnis vorliegt.

Für die Eintragung in das Register erhebt des DPMA eine Gebühr von einem Euro.

Zusammenfassung – FAQ zu den vergriffenen Werken

Frage 1: Welche Möglichkeiten habe ich, um vergriffene Bücher zu suchen?

Vergriffene Werke werden in der Regel von den Verlagen nicht mehr gedruckt und sind im Handel regulär nicht mehr verfügbar. Benötigen Sie ein solches Werk für Forschung, Studium oder nur fürs Privatvergnügen, können Antiquariate oder Anbieter von gebrauchten Medien eine Anlaufstelle sein. Darüber hinaus können Sie auch in Bibliotheken vergriffene Bücher finden.

Frage 2: Ich bin Urheber eines Titels, welches im Register vergriffener Werke auftaucht. Was kann ich tun?

Als Rechteinhaber eines im Register aufgeführten Werkes können Sie jederzeit Ihren Widerspruch gegen die Wahrnehmung Ihrer Rechte durch die Verwertungsgesellschaft erklären. Dafür reicht ein formloses Schreiben an die Verwertungsgesellschaft oder das DPMA aus.

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