Urheberrecht in Wissenschaft, Forschung und Lehre

Im Zuge eines Studiums schreiben Studenten regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten und halten Vorträge. In den meisten Fällen wird dafür auf bereits bestehende Forschungsergebnisse und Erkenntnisse zurückgegriffen, bei denen es sich um urheberrechtliche geschützte Werke handelt. Doch bei wem liegt das Urheberrecht in der Wissenschaft im Einzelnen?

Worauf gilt es beim Urheberrecht in der Wissenschaft zu achten?

Worauf gilt es beim Urheberrecht in der Wissenschaft zu achten?

Urheberrecht in der Wissenschaft – kurz und kompakt

Für Forschung und Lehre müssen Studenten, Dozenten sowie Wissenschaftler immer wieder auf fremde Erkenntnisse aufbauen. Dabei ist es grundsätzlich notwendig, das Urheberrecht in der Wissenschaft zu beachten. Allerdings soll das Urheberrechts- und Wissensgesellschafts-Gesetz (UrhWissG) den Umgang mit urheberrechtliche geschützten Werken erleichtern.

Welche Rolle spielt das Urheberrecht in der Wissenschaft?

Der Zugang zu Informationen wird teilweise durch Urheberrecht in Forschung und Lehre erschwert.

Der Zugang zu Informationen wird teilweise durch Urheberrecht in Forschung und Lehre erschwert.

In Wissenschaft und Forschung stellt der Urheberrechtsschutz ein zweischneidiges Schwert dar. Denn zum einen schützt das Urheberrecht eine wissenschaftliche Arbeit vor der widerrechtlichen Verwertung und Kommerzialisierung durch Dritte. Zum anderen führt dieser Schutz auch immer wieder zu Einschränkungen. Denn nicht immer steht die notwendige Fachliteratur auch zur Verfügung.

Dadurch kann das Urheberrecht in der Wissenschaft unter Umständen dazu führen, dass die Forschung ins Stocken gerät oder wichtige Erkenntnis für eine Bachelor- oder Masterarbeit nicht vorliegen. Denn Fachliteratur ist in der Regel ein erheblicher Kostenfaktor im Bereich der Bildung. Mit dieser Problematik sehen sich insbesondere die Bibliotheken konfrontiert.

Eine Möglichkeit die erheblichen Anschaffungskosten zu reduzieren und zudem gleichzeitig mehreren Personen den Zugang zu den verschiedenen Werken zu ermöglichen, ist die Digitalisierung. Allerdings ist es dabei nur schwer möglich, das Urheberrecht und die Wissenschaft unter einen Hut zu bekommen. Darüber hinaus gilt es auch Rechte von Verlagen und Autoren zu beachten und eine angemessene Vergütung zu gewährleisten.

Unterliegt eine Bachelorarbeit dem Urheberrecht?

Das Urheberrecht schützt gemäß § 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst, wenn es sich dabei um persönliche geistige Schöpfungen handelt. Somit ist in der Regel davon auszugehen, dass das Urheberrecht bei einer Masterarbeit oder auch bei anderen wissenschaftlichen Arbeiten greift und diese als geistiges Eigentum gelten.

Darüber hinaus gilt das Urheberrecht auch für Darstellung wissenschaftlicher oder technischer Art. Dabei kann es sich unter anderem um Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen oder auch plastischer Darstellungen handeln.

Nicht selten kommt bei Studenten auch die Frage auf, wer der Eigentümer der Daten und Ergebnisse ist, die im Zuge des Studiums gesammelt wurden. Laut § 7 UrhG gilt der Schöpfer eines Werkes als dessen Urheber. Dieser Grundsatz hat auch beim Urheberrecht in der Wissenschaft Bestand und greift somit für alle wissenschaftlichen Arbeiten, die ein Student in seiner universitären Laufbahn erschafft und die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen.

Wichtig! Die Studierenden sind in der Regel nicht dazu verpflichtet, der jeweiligen Hochschule entsprechende Nutzungsrechte einzuräumen.

Urheberrecht an der Universität: Was gilt für das Personal?

Worauf gilt es beim Urheberrecht in der Lehre zu achten?

Worauf gilt es beim Urheberrecht in der Lehre zu achten?

Für die Werke des Hochschulpersonals besteht ebenfalls Urheberrechtsschutz. Dieser erstreckt sich laut aktueller Rechtsprechung sogar auf die Aufgabenstellung und die Kommentare im Zuge der Korrektur bei einer Hausarbeit. Daher dürfen diese nicht ohne die Zustimmung des Dozenten veröffentlicht oder verbreitet werden.

Inwieweit die Universität urheberrechtlich geschützte Werke, welche für das Arbeitsverhältnis sind ohne die gesonderte Einräumung von Nutzungsrechten verwenden kann, ergibt sich beim Urheberrecht in der Wissenschaft aus dem jeweiligen Arbeitsvertrag.

Darüber hinaus gilt es das Arbeitnehmererfindungsgesetz (ArbnErfG) zu beachten, denn dieses findet auch bei Hochschullehrern Anwendung. Durch dieses Gesetz erhält der Arbeitgeber – in diesem Fall die Hochschule oder Forschungseinrichtung – die Rechte für eine Schöpfung, welche im Zuge des beruflichen Tätigkeit entstehen.

Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz: Neues Gesetz für das Urheberrecht in der Wissenschaft

Am 30. Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft – vereinfacht auch als Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz bezeichnet – verabschiedet. Das Gesetz tritt am 01. März 2018 in Kraft und ist zunächst bis 2023 befristet.

Durch das Gesetz wird eine sogenannte „Bildungs- und Wissenschaftsschranke“ geschaffen. Diese regelt für den Bereich Bildung und Wissenschaft, welche urheberrechtlichen Nutzungshandlungen gesetzliche zulässig sind, ohne dass dafür die Zustimmung des Urhebers oder eines anderen Rechtinhabers notwendig ist.

Ein elementares Ziel des UrhWissG ist die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für die Digitalisierung und die Verwendung entsprechender Inhalte innerhalb von universitätsinternen Lernplattformen.

Was genau besagt das neue Gesetz zum Urheberrecht für die Wissenschaft

Das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz soll das Urheberrecht an der Hochschule vereinfachen.

Das Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz soll das Urheberrecht an der Hochschule vereinfachen.

Das Urheberrechts- und Wissenschafts-Gesetz bestimmt konkret welche Länge bei digitalen Auszügen zulässig ist. Gemäß Urheberrecht dürfen beim Lehrbuch mit Inkrafttreten der Reform 15 Prozent digital zur Verfügung gestellt werden. Bei Werke geringen Umfangs – also zum Beispiel wissenschaftliche Aufsätze – ist auch eine komplette Verwendung zulässig.

Das neue Gesetz verändert auch den Umgang mit dem Urheberrecht in der Bibliothek. So ist es nun zum Beispiel möglich, Werke aus dem Bestand zu digitalisieren, wenn es dadurch möglich ist, diese zu erhalten.

Durch die Veränderungen beim Urheberrecht in der Wissenschaft profitieren in erster Linie die Bildungseinrichtungen. Protest kommt hingegen von den Autoren und Verlagen, denn der Gesetzentwurf sieht eine pauschale Vergütung durch die Verwertungsgesellschaften vor. Es spielt für somit keine Rolle mehr, wie häufig ein bestimmtes Werk genutzt wird.

Zusammenfassung – FAQ zum Urheberrecht in der Wissenschaft

Frage 1: Regelt das Urheberrecht wer einen Vortrag halten darf?

Möchten Sie ein Sprachwerk durch eine persönliche Darbietung öffentlich zu Gehör bringen, ist dies durch einen Vortrag möglich. Im Urheberrecht zählt das sogenannte Vortragsrecht allerdings zu den Verwertungsrechten, weshalb dieses dem Urheber vorbehalten ist.

Frage 2: Wann ist die Verwendung von geschützten Werken zulässig?

Gemäß § 51 ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe fremder Werke zulässig, wenn diese zur Erläuterung einer wissenschaftlichen Arbeit dienen. Allerdings muss die Länge des Zitates im Verhältnis zum Zweck stehen.

Frage 3: Was sind typische Verstöße gegen das Urheberrecht in der Wissenschaft?

Im Bereich der Bildung und Wissenschaft sind fehlende oder fehlerhafte Quellenangaben ein verbreitetes Problem. Wird ein urheberrechtlich geschütztes Werke ohne einen entsprechenden Nachweis verwendet, handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Dabei kann der Diebstahl von geistigem Eigentum weitreichende Auswirkungen haben, wie sich an den Plagiatsaffären der Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan zeigt.

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