Anwalt für Urheberrecht: Welche Aufgaben übernimmt er?

Nicht immer ist es möglich, alle rechtlichen Auseinandersetzung alleine zu regeln. Professionelle Unterstützung bieten in solchen Fällen versierte Anwälte und eine erfahrene Kanzlei. Je nach Tatbestand und Thematik kann es sinnvoll sein, auf den Service von einem spezialisierten Rechtsbeistand zurückzugreifen. Liegt zum Beispiel eine Urheberrechtsverletzung vor oder haben Sie eine Abmahnung wegen Filesharing erhalten, kann der Rat eines Fachmanns helfen, in diesem Fall also von einem Rechtsanwalt für Urheberrecht.

Eine Kanzlei oder ein Anwalt für Urheberrecht prüfen Lizenzverträge und gehen gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

Eine Kanzlei oder ein Anwalt für Urheberrecht prüfen Lizenzverträge und gehen gegen Urheberrechtsverletzungen vor.

Anwalt für Urheberrecht – kurz und kompakt

Anwälte, die sich auf das Rechtsgebiet des Urheber- und Medienrechts spezialisiert haben, beschäftigen sich hauptsächlich mit den verschiedenen Aspekten des geistigen Eigentums. Neben dem Urheberrecht umfasst dieses Arbeitsfeld unter anderem das Verlags- und Markenrecht ebenso wie das Recht der öffentlichen Wort- und Bildberichterstattung.

Was macht ein Anwalt für Urheberrecht?

Beim Urheberrecht handelt es sich um ein vielfältiges und komplexes Rechtsgebiet. Aus diesem Grund kann sich der Arbeitsalltag von einem Anwalt für Urheberrecht auch aus verschiedensten Tätigkeiten zusammensetzen. Eine wichtige Aufgabe ist das Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen. Anwälte, die für Sie eine Urheberrechtsverletzung regeln, wählen dafür häufig das Mittel der Abmahnung. Im Zuge dieser außergerichtlichen Einigung werden meist auch urheberrechtliche Forderungen durch den Rechtsanwalt geltend gemacht, wie zum Beispiel die Ansprüche auf Schadensersatz, Unterlassung oder Auskunft.

Zudem kann ein Anwalt bei einer Urheberrechtsverletzung Ihr Recht auch vor Gericht durchsetzen, wenn eine außergerichtliche Einigung fehlgeschlagen ist.

Urheberrecht: Ein Anwalt kann Sie über mögliche Schritte bei einer Abmahnung informieren.

Urheberrecht: Ein Anwalt kann Sie über mögliche Schritte bei einer Abmahnung informieren.

Neben dem Vorgehen gegen Verstöße beim Urheberrecht wird ein Rechtsanwalt auch beratend tätig.

Er informiert zum Beispiel über die rechtlichen Regelungen bei Texten, Musik, Fotografie, Film sowie Software und formuliert bzw. prüft Nutzungsverträge für die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Werke. Dafür können Sie sich sowohl an einen einzelnen Rechtsanwalt als auch an eine Kanzlei für Urheberrecht wenden.

Allerdings können sich nicht nur die Inhaber des Urheberrechts an einen solchen Anwalt bzw. eine solche Kanzlei wenden. Auch für Empfänger von einer Abmahnung – zum Beispiel wegen Filesharing – kann sich ein Gang zu einem Anwalt für Urheberrecht lohnen. Denn durch geschickte Verhandlungen beim Schadensersatz und einer Modifizierung der Unterlassungserklärung ist es möglich, die langfristigen Auswirkungen abzumildern.

Bei einer Unterlassungserklärung handelt es sich um einen Vertrag, der seine Gültigkeit ein Leben lang behält. Welche Konsequenzen die einzelnen Formulierungen dabei nach sich ziehen können, ist für Laien in der regel nur schwer einzuschätzen.

Der Unterschied zwischen Anwalt und Fachanwalt

Egal, ob sich für einen Rechtsanwalt oder einen Fachanwalt für Urheberrecht entscheiden: Sie müssen sich beim Anwalt gut aufgehoben fühlen.

Egal, ob sich für einen Rechtsanwalt oder einen Fachanwalt für Urheberrecht entscheiden: Sie müssen sich beim Anwalt gut aufgehoben fühlen.

Damit einem Anwalt die Fachanwaltsbezeichnung verliehen wird, muss sich dieser entsprechend der Fachanwaltsordnung (FAO) durch besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen auszeichnen.

Diese Wissen muss zudem nachgewiesen werden. Grundvoraussetzung für den Titel als Fachanwalt ist eine dreijährige Zulassung als Anwalt und eine Tätigkeit als solcher innerhalb der letzten sechs Jahre vor der Antragstellung.

Zusätzlich dazu muss der Rechtsanwalt an einem Lehrgang teilnehmen, bei dem alle relevanten Bereiche des Fachgebiets thematisiert werden. Insgesamt umfasst dieser Unterricht mindestens 120 Stunden. In mehreren Leistungskontrollen wird das dabei erlangte Wissen zudem überprüft.

Die praktische Erfahrung wird durch Falllisten und einer vorgeschriebenen Anzahl von Mandaten sowie gerichtlichen Verfahren belegt. Dabei muss der jeweilige Anwalt innerhalb der letzten drei Jahre vor der Antragstellung im Fachgebiet als Anwalt tätig gewesen sein und dabei weisungsfrei agiert haben.

Zum Abschluss besteht auch die Möglichkeit, das Fachwissen durch ein Fachgespräch zu überprüfen. Der Ausschuss stellt dabei Fragen, die sich an Fällen aus der Praxis orientieren.

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Der Fachanwaltstitel für das Urheberrecht wurde erst 2006 eingeführt und zählt damit zu den neueren Fachanwaltschaften. 2016 verzeichnet die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) insgesamt 332 Fachanwälte für Urheber- und Medienrecht in Deutschland.

Für den Titel „Fachanwalt für Urheberrecht“ müssen die Anwälte besondere Kenntnisse im Rechtsgebiet nachweisen. Für das Fachgebiet Urheber- und Medienrecht schreibt die FAO Erfahrung in den folgenden Bereichen vor:

  1. Urheberrecht (Rechts der Wahrnehmungsgesellschaften, Leistungsschutzrechte, Urhebervertragsrecht, internationale Urheberrechtsabkommen)
  2. Verlagsrecht (Musikverlagsrecht)
  3. Recht der öffentlichen Wort- und Bildberichterstattung
  4. Rundfunkrecht
  5. wettbewerbsrechtliche und werberechtliche Bezüge des Urheber- und Medienrechts, Titelschutz
  6. Grundlagen des Mediendienste-, Teledienste- und Telekommunikationsrechts, des Rechts der Unterhaltungs- und Kulturveranstaltungen sowie des Rechts der deutschen und europäischen Kulturförderung
  7. Verfahrensrecht und Besonderheiten beim Prozessrecht

Ein Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht zeichnet sich durch eine komplexe Fortbildung aus.

Ein Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht zeichnet sich durch eine komplexe Fortbildung aus.

Als Nachweis für die praktischen Kenntnisse auf diesen verschiedenen Teilgebieten des Urheber- und Medienrechts verlangt die BRAK für den Erlang des Titels als Fachanwalt für Urheberrecht den Nachweis von 80 Fällen aus den zuvor aufgezählten Bereichen 1 bis 6.

Dabei müssen jeweils fünf Fälle für das Urheber-, das Verlagsrecht und das Recht der öffentlichen Wort- und Bildberichterstattung belegt werden. Zudem muss es sich bei mindestens 20 Fällen um gerichtliche Verfahren handeln.

Nur wenn diese komplexen Voraussetzungen erfüllt sind, kann ein Anwalt für Urheberrecht den Titel als Fachanwalt erhalten.

Durch den Titel als Fachanwalt für Urheberrecht ist der Anwalt verpflichtet sich regelmäßig fortzubilden, um auch weiterhin auf dem aktuellen Stand zu sein. Denn nur dadurch kann eine umfassende Beratung und Betreuung gewährleistet werden.

Zusammenfassung – FAQ zum Anwalt für Urheberrecht

Frage 1: Ist es bei jeder Urheberrechtsverletzung notwendig, einen Rechtsanwalt für Urheberrecht einzuschalten?

Es ist grundsätzlich nicht notwendig eine Kanzlei oder einen Rechtsanwalt für eine Urheberrechtsverletzung zu beauftragen – dabei ist es irrelevant, ob Sie der Rechteverletzer sind und eine Abmahnung erhalten haben oder gegen Ihr Urheberrecht verstoßen wird. Es steht Ihnen somit frei, ob Sie die Angelegenheit mit oder ohne rechtlichen Beistand regeln wollen.

Allerdings kann es sinnvoll sein, beim Urheberrecht einen Anwalt zu Rate zu ziehen, denn dieser kann die Erfolgsaussichten einschätzen und realistische Angaben im Bezug auf die Höhe des Schadensersatzes machen. Zudem ist es ratsam, eine Unterlassungserklärung vor der Unterzeichnung prüfen zu lassen, denn dabei handelt es sich um einen lebenslang gültigen Vertrag, der bei Missachtung Strafzahlungen nach sich zieht.

Frage 2: Wie werden die Kosten für einen Anwalt im Urheberrecht berechnet?

Für das Anwaltshonorar ist im Zivilrecht – zu dem auch das Urheberrecht zählt – vor allem der Gegenstandswert entscheidend. Durch diesen Gegenstandswert wird für das Werk bzw. dem entstandenen Schaden ein objektiver Geldwert oder das wirtschaftliche Interesse beziffert. Durch diesen Wert ist es möglich die anfallenden Gebühren zu berechnen, die unter anderem auch dem zu erwartenden Arbeitsaufwand entsprechen sollen.

Für Beratungstätigkeiten sind aber auch Honorare auf Stundenbasis üblich. Beschäftigen Sie sich regelmäßig mit urheberrechtlichen Thematiken, weil Sie beispielsweise als Fotograf arbeiten, ist es zudem möglich, Vereinbarungen mit dem Rechtsanwalt über ein Pauschalhonorar in Betracht zu ziehen.

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2 thoughts on “Anwalt für Urheberrecht: Welche Aufgaben übernimmt er?

  1. Karlchen

    Ihr redet immer drumherum ! Wie hoch ist denn nun so ein Honorar ? Beispiel, bitte ! Und kommt jetzt nicht mit dem Argument, dass man das so nicht sagen kann ! Doch, kann man ! Es wird ja wohl schon Fälle gegeben haben, oder ?

    Reply
    1. Urheberrecht.de

      Hallo Karlchen,

      In der Regel ergeben sich die Anwaltskosten im Urheberrecht aus dem Gegenstandswert. Wie hoch dieser ist, ergibt sich aus dem entstandenen Schaden. Eine konkrete Auskunft ist daher nicht möglich. Wenden Sie sich für einen Kostenvoranschlag an einen entsprechenden Anwalt.

      Ihr Team von Urheberrecht.de

      Reply

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