Raubkopie: Welche Folgen können illegale Kopien haben?

Moderne technische Möglichkeiten beeinflussen uns auf vielfältige Weise. So ist es heute wohl unvorstellbar, dass sich jemand vor den Fernseher stellt und mithilfe eines Tonbandgerätes aktuelle Songs mitschneidet. Denn durch die digitalen Medien ist die Vorgehensweise praktisch ausgestorben. Aber trotz der schlechten Qualität von damals, handelte es sich auch bei diesem Vorgehen um die Herstellung einer Raubkopie.

Als Raubkopie wird die unerlaubte Vervielfältigung von Werken bezeichnet.

Als Raubkopie wird die unerlaubte Vervielfältigung von Werken bezeichnet.

Raubkopie – kurz und kompakt

Als Raubkopien werden unerlaubte Vervielfältigungen von urheberrechtlich geschützten Werken bezeichnet. Liegt das notwendige Einverständnis des Urhebers nicht vor, kann dies eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Vervielfältigungen für den persönlichen Gebrauch – sogenannte Privatkopien – sind allerdings unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Was ist eine Raubkopie?

Raubkopien: Insbesondere bei Musik sollen illegale Kopien zu Umsatzeinbrüchen geführt haben.

Raubkopien: Insbesondere bei Musik sollen illegale Kopien zu Umsatzeinbrüchen geführt haben.

Der Begriff Raubkopie bzw. Schwarzkopie bezeichnet umgangssprachlich Vervielfältigungen, welche rechtswidrig hergestellt wurden. Eine solche illegale Kopie stellt damit eine Urheberrechts­verletzung dar. Die Bezeichnung „Raubkopie“ oder eine Definition kommt allerdings im Urheber­rechtsgesetz (UrhG) nicht vor. Aus diesem Grund gilt der Begriff auch als „populär-juristischer Ausdruck“.

Ursprünglich wurde die Bezeichnung für analoge Kopien von Kassetten, Schallplatten und CDs verwendet. Allerdings weitete sich die Problematik durch die Verbreitung von Computern und der Speichermöglichkeiten auf digitalen Datenträgern aus. Denn in der Regel lassen sich dadurch digitale Medien ohne Qualitätsverlust und innerhalb kürzester Zeit unendlich vervielfältigen. So sind Raubkopien außer bei Musik auch bei Software, Filmen oder E-Books möglich.

Grundsätzlich handelt es sich nicht bei jeder Vervielfältigung ohne das ausdrückliche Einverständnis des Urhebers um eine Raubkopie. So sind Privatkopien gemäß § 53 UrhG erlaubt, solange die jeweiligen Bestimmungen befolgt werden.

Raubkopie: Welche Strafe droht für illegale Kopien?

Raubkopie: Als Strafe kann sogar Haft drohen.

Raubkopie: Als Strafe kann sogar Haft drohen.

Welche Strafe eine Raubkopie laut Gesetz nach sich zieht, ergibt sich vor allem aus dem UrhG. Als Tatbestand liegt dabei in der Regel eine unerlaubte Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützten Werken vor. Der Gesetzgeber schreibt in diesem Fall gemäß § 106 UrhG eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren vor.

Höhere Sanktionen drohen hingegen, wenn die Urheberrechtsverletzung im gewerblichen Umfang erfolgte. Dieser Tatbestand gilt als erfüllt, wenn durch die Raubkopie irgendeine Form von Gewinn erzielt wird. Dabei spielt es in der Regel keine Rolle, ob der Verkauf über das Internet oder auf dem Schulhof erfolgte.

Gemäß § 108 a UrhG sieht der Gesetzgeber bei der gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung von Werken, die unter dem Schutz des Urheberrechts stehen, eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Das Strafmaß wird dabei durch die Umstände der Urheberrechtsverletzung beeinflusst.

Geschädigte Urheber können wegen einer Raubkopie auch zivilrechtliche Ansprüche geltend machen. In diesem Fall erhält der Verantwortliche für die Raubkopie eine Abmahnung. Darin enthalten ist in der Regel die Forderung nach Schadensersatz.

Zusammenfassung – FAQ zur Raubkopie

Frage 1: Wann tritt bei einer Raubkopie die Verjährung ein?

Für die unerlaubte Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken gilt gemäß § 78 Abs. 3 Nr. 4 Strafgesetzbuch (StGB) eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Die Frist beginnt ab der Beendigung der Tat. Haben Sie also vor sechs Jahren Songs aus einer Tauschbörse auf eine CD gebrannt, müssen Sie heute in der Regel mit keinen Sanktionen rechnen.

Frage 2: Kann ich Raubkopierer melden?

Haben Sie online eine DVD oder CD bestellt, die sich nach der Lieferung als Raubkopie entpuppt hat, sollten Sie sich zuerst an den Verkäufer wenden und mit diesen nach einer Einigung suchen. Es besteht zudem auch die Möglichkeit, den Vorfall dem Betreiber der Verkaufsplattform zu melden oder sogar den ursprünglichen Urheber über die Raubkopie zu informieren.

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