Klagen wegen Filesharing-Delikten auf neuem Höchststand

News | 9. Juli 2018
Auf dem europäischen und amerikanischen Medienmarkt wird seit Jahren gegen Videopiraterie und Filesharing vorgegangen. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen die vielfältigen, legalen Streamingangebote. Dennoch ist gerade auf dem US-amerikanischen Markt ein Anstieg der Klagen wegen Filesharing-Delikten zu verzeichnen.

Vor allem in den USA: Anzahl der Klagen auf Rekordniveau

Gerade in den USA sind momentan viele Klagen wegen Filesharing zu verzeichnen

Gerade in den USA sind momentan viele Klagen wegen Filesharing zu verzeichnen

Wie eine Datenauswertung des Online-Magazins “Torrentfreak” zeigt, sind die Klagen für Filesharing in den USA noch einmal nach oben gegangen. Schon in der ersten Hälfte diesen Jahres seien über 1.700 Verfahren eröffnet worden. Damit sind schon jetzt die Anzahl der Fälle im gesamten letzten Jahr überstiegen, welche sich auf etwa 1.019 Klagen beliefen.

Vor allem das Quartal zwischen April und Juni zeigt diesbezüglich einen auffallenden Anstieg: Allein in dieser Zeit seien 1.011 neue Fälle zu verzeichnen gewesen.

Bei den betroffenen Filmen handle es sich größtenteils um pornographische Werke. Zudem sei der Großteil dieser Klagen hauptsächlich auf zwei Unternehmen zurückzuführen: Strike 3 Holdings und Malibu Media. Letzte versenden auch massenweise Abmahnungen in anderen Ländern, Deutschland inklusive.

Vorsicht: Filesharing-Abmahnungen sind häufig Betrug

Klagen wegen Filesharing sollten Sie gründlich überprüfen: Nicht selten handelt es sich um Betrug

Klagen wegen Filesharing sollten Sie gründlich überprüfen: Nicht selten handelt es sich um Betrug

An dieser Stelle sei noch einmal ein Warnung angebracht: Bei solchen Klagen wegen (angeblichem) Filesharing handelt es sich um eine gängige Betrugsmasche! Diese waren in der Vergangenheit vor allem dann zu beobachten, wenn Urteile bzgl. der Illegalität bestimmter Dienste gefällt wurden. Sie können diese anhand bestimmter Merkmale entlarven:

  • die Abmahnung kommt per Mail, und nicht wie üblich per Post
  • häufig enthalten Sie einen Hinweis auf das Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs, um den Anschein von Seriosität zu erwecken
  • die Schreiben sind mit Drohungen und Zahlungsaufforderungen sehr hoher Beträge versehen – meist jedoch mit dem Hinweis, dass die Sache durch ein geringeres Entgelt beigelegt werden kann
  • die Bankverbindungen gehören nicht zu einem Unternehmen, sondern erscheinen wie private Konten

Solche Klagen wegen Filesharing sind oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen: Nicht selten sind sie anspruchsvoll formuliert und verwenden sogar unerlaubterweise Logos und Namen von bekannten Abmahnungskanzleien. Haben Sie eine Klage aufgrund von Filesharing erhalten – berechtigterweise oder nicht – kann der Erstkontakt zu einem Anwalt für Urheber – und/oder Medienrecht gesucht werden.

Bildnachweise: istockphoto.com/scyther5, istockphoto.com/VankaD

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