Hat das Urheberrecht auch im Internet Bestand?

Durch das Internet erhalten wir Zugang zu einer Fülle an Informationen, darunter auch Texte, Grafiken, Videos und Songs, die unter das Urheberrecht fallen. Deshalb ist es wichtig, beim Urheberrecht im Internet den folgenden Grundsatz zu beherzigen: Nicht alles, was funktioniert, ist auch erlaubt!

Das Urheberrecht behält auch im Internet seine Gültigkeit.

Das Urheberrecht behält auch im Internet seine Gültigkeit.

Urheberrecht im Internet – kurz und kompakt

Die Rechte und Vorschriften des Urheberrechts behalten auch im Internet ihre Gültigkeit. Weil die Gesetze mit dem technischen Entwicklung nicht Schritt halten können, fehlen häufig grundsätzliche Urteile und die Nutzer bewegen sich in rechtlichen Grauzonen.

Was schützt das Urheberrecht im Internet?

Gegen das Urheberrecht kann im Internet leicht verstoßen werden.

Gegen das Urheberrecht kann im Internet leicht verstoßen werden.

Egal ob online oder offline, durch das Urheberrecht wird unabhängig vom Medium die Beziehung zwischen dem Urheber und seinem Werk geschützt. Wollen Sie eigene oder fremde Inhalte im Internet nutzen, gelten dafür die Richtlinien und Vorschriften das Urheberrechtsgesetzes (UrhG).

Weist ein Werk aus Literatur, Wissenschaft oder Kunst ein besonderes Maß an Individualität und Kreativität auf, gilt es laut UrhG als schützenswert. Von besonderer Relevanz für das Urheberrecht im Internet sind dabei unter anderem die folgenden Werkarten:

  • Sprachwerke (Texte, Reden und Software)
  • Werke der Musik (Melodien, Songtexte und Notenblätter)
  • Lichtbildwerke (Fotografien)
  • Filmwerke (Videos)
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, sind Werke auch ohne einen Copyright-Vermerk durch das Urheberrecht im Internet geschützt.

Urheberrecht und Internet: Diese Rechte sind besonders wichtig!

Durch die Urheberschaft werden dem Schöpfer eines Werks diverse Rechte zugesprochen. Ziel dieser ist zum einen der Schutz des Werks, zum anderem aber auch die Sicherstellung einer finanziellen Vergütung für die Verwertung.

Die Urheberpersönlichkeitsrechte sichern dem Urheber den Schutz vor Entstellung für sein Werk zu. Außerdem kann er durch das Recht auf Anerkennung der Urheberschaft selbst entscheiden, ob und in welcher Weise er mit seiner Schöpfung in Verbindung gebracht wird.

Das Urheberrecht für Bilder im Internet bedarf keines Copyright-Vermerks.

Das Urheberrecht für Bilder im Internet bedarf keines Copyright-Vermerks.

Die Verwertungsrechte definieren, in welcher Weise das Werk genutzt werden darf. Auch diese Entscheidung obliegt dem Urheber alleine. Allerdings besteht die Möglichkeit, das Dritte die sogenannten Nutzungsrechte erwerben und somit zur Verwertung berechtigt sind.

Wichtig für eine Verwertung im Internet sind dabei vor allem das Vervielfältigungsrecht und das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

Das Vervielfältigungsrecht (UrhG § 16) sichert dem Urheber das Recht zu, darüber zu entscheiden, ob sein Werk kopiert wird und wer dies tut. Bei einer Vervielfältigung kann es sich um eine Fotokopie, einen Abdruck, eine Tonaufnahme oder auch einen Download handeln.

Die Verbreitung eines Werks über das Internet regelt das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung (UrhG § 19a). Dabei umfasst der Paragraph sowohl drahtgebundene als auch drahtlose Arten der Übertragung, weshalb alle technischen Möglichkeiten der Weitergabe und Übertragung eingeschlossen sind.

Werden diese Rechte durch einen Dritten verletzt, kann der Urheber gegen diesen Verstoß gegen das Urheberrecht im Internet juristische Maßnahmen ergreifen. Eine zivilrechtliche Option wäre zum Beispiel die Abmahnung.

Wann liegt eine Urheberrechtsverletzung im Internet vor?

Der Bilderklau ist eine typische Urheberrechtsverletzung im Internet.

Der Bilderklau ist eine typische Urheberrechtsverletzung im Internet.

Bei einer Urheberrechtsverletzung ist es irrelevant, ob diese im TV, in einer Zeitung, bei einer Aufführung oder im Internet erfolgt. Wird gegen die Rechte des Urhebers verstoßen, kann dieser rechtliche Schritte einleiten.

Zu den häufigsten Verstößen gegen das Urheberrecht im Internet zählen unerlaubte Vervielfältigungen. Dies ist zum Beispiel beim sogenannten Bilderklau der Fall. Dieser liegt vor, wenn fremde Fotografien auf der eigenen Webseite, bei Aktionen oder in Online-Shops verwendet werden.

Um juristische Konsequenzen zu vermeiden, die das Urheberrecht für Bilder auch im Internet bei Rechtsverletzungen vorsieht, ist es wichtig, den Urheber um sein Einverständnis zu bitten. Gerade bei kleineren Webseiten oder Blogs ist die Einverständniserklärung in der Regel relativ einfach zu erhalten, insbesondere dann, wenn eine Verlinkung zum Internetauftritt des Urhebers erfolgt.

Beim Urheberrecht – insbesondere im Internet – sollte grundsätzlich folgende Regel beachtet werden: Alles was ich nicht selbst geschaffen habe, ist das Werk eines fremden Urhebers. Möchte ich seine Werke verwenden, ist dessen Einverständnis notwendig.

Achten Sie bei eigenen Videos oder Bildern auch auf mögliche Urheberrechtsverstöße im Hintergrund. Läuft während einer Videoaufnahme beispielsweise das Radio, kann nach dem Hochladen auf eine Videoplattform wie Youtube eine urheberrechtliche Abmahnung drohen.

Urheberrecht im Internet: Was ist erlaubt?

Internet: Beim Urheberrecht bewegen sich die Nutzer häufig in rechtlichen Grauzonen.

Internet: Beim Urheberrecht bewegen sich die Nutzer häufig in rechtlichen Grauzonen.

Die technische Entwicklung erfolgt in einem rasanten Tempo und beeinflusst dadurch auch unser gesellschaftliches Verhalten – so sind beispielsweise Selfies aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken.

Dieser Fortschritt stellt die Gesetze immer wieder vor neue Herausforderungen, stammen sie doch aus Zeiten, in denen kaum jemand von Smartphones, (flächendeckendem) Internet und Video-Chats zu träumen wagte.

Aus diesem Grund bewegen sich die technischen Möglichkeiten teilweise in rechtlichen Grauzonen. So fehlt bislang eine endgültige Rechtssprechung zu Themen wie Streaming oder Sharing bei Social Media.

Müssen Sie sich zum Beispiel aus beruflichen Gründen in der rechtlichen Grauzone von Urheberrecht und Internet bewegen, ist es sinnvoll, finanzielle Mittel für mögliche Abmahnungen beiseite zu legen.

Gerichtsurteile zum Urheberrecht im Internet

Ein Beschluss des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 21.10.2014 (Az. C-348/13) erklärt die Verwendung von sogenannten „Embedded Links“ für urheberrechtlich zulässig. Dabei handelt es sich meist um Youtube-Videos, die durch einen Videoplayer direkt auf Webseiten eingebunden werden, sodass die Clips automatisch von der jeweiligen Seite abzurufen sind und ein Wechseln zum Videoanbieter unnötig ist.

Ob es sich bei einer Verlinkung, also der Verwendung eines Hyperlinks, um einen Verstoß gegen das Urheberrecht im Internet handelt, muss der EuGH noch entscheiden. Allerdings gehen Gutachter und Juristen davon aus, dass die Verwendung zulässig ist.

Ist noch unklar, ob eine bestimmte Handlung im Internet in Sachen Urheberrecht als legal oder illegal gilt, empfehlen Juristen in der Regel, auf die Tätigkeit zu verzichten, um mögliche rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

Zusammenfassung – FAQ zum Urheberrecht im Internet

Frage 1: Ein Blog oder ein Online-Reisetagebuch sind doch nicht öffentlich, oder?

Weist Ihr Blog keine Zugangsbeschränkung auf, beispielsweise durch ein Passwort, ist dieser für alle Menschen zugänglich und somit öffentlich. Juristisch spielt es keine Rolle, wie viele Personen tatsächlich Ihre Beiträge lesen.

Frage 2: Darf ich keine Bilder aus dem Internet speichern?

Speichern Sie eine Fotografie aus dem Internet auf Ihrem PC, stellt dies zwar eine urheberrechtliche Vervielfältigung dar, allerdings handelt es sich dabei um eine Privatkopie. Diese erlaubt es, geschützte Werke für den eigenen Gebrauch zu kopieren, solange Sie diese weder veröffentlichen noch verkaufen.

6 thoughts on “Hat das Urheberrecht auch im Internet Bestand?

  1. Christina

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    in der Schule muss ich ein Referat über urheberrechtliche Aspekte beim Download von Dateien machen. Meine Frage an Sie. Wann darf ich Dateien downloaden und wann nicht? Und was ist die Strafe für einen Verstoß gegen das Urheberrechtsgesetz?

    Ich hoffe auf eine baldige Antwort

    Mit freundlichen Grüßen

    Christina

    Reply
    1. urheberrecht.de Post author

      Hallo Christina,
      in der Regel sieht das Urheberrecht für den Download von Dateien zum privaten Gebrauch keine Strafen vor. Eine Ausnahme bilden allerdings Inhalte aus offensichtlich rechtswidrigen Quellen. Allerdings liefert das Gesetz keine genaue Definition, woran eine solche Quelle zu erkennen ist. Man sollte allerdings schon stutzig werden, wenn ein Werk gratis angeboten ist, das anderswo Geld kostet oder wenn es sich dabei zum Beispiel um einen Film handelt, der noch im Kino gezeigt wird. Das Urheberrechtsgesetz sieht bei Urheberrechtsverletzungen für Privatpersonen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahre vor.

      Ihr Team von Urheberrecht.de

      Reply
  2. Marian R.

    Guten Tag, ich bin Pianistin und habe vor Jahren eine CD aufgenommen mit Werken verschiedener Komponisten. Nun möchte ich einige davon einer Bekannten zur freien Verfügung zugänglich machen. Es handelt sich dabei um Werke von Carlos Guastavino (* 5. April 1912 in Santa Fe; † 28. Oktober 2000).
    Darf sie diese Aufnahmen weiterverwenden, z.B. als Videountermalung auf ihre Website stellen?

    Vielen Dank für die Aufklärung!

    Marian R.

    Reply
    1. Urheberrecht.de

      Hallo Marian,

      das Urheberrecht besteht auch über den Tod hinaus. Insofern sollten Sie sich vor der Weitergabe mit einem Anwalt absprechen, damit Sie keinen Urheberrechtsverstoß begehen.

      Ihr Team von Urheberrecht.de

      Reply
  3. Daniel

    Jemand klaut mein Bild und erstellt ein fake Account bei Facebook.was können für strafen entstehen?

    Reply
    1. Urheberrecht.de

      Hallo Daniel,

      die Höhe von Schadensersatz ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Wenden Sie sich an einen Anwalt für Urheberrecht. Dieser kann Sie dazu beraten.

      Ihr Team von Urheberrecht.de

      Reply

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