Urheberrecht bei WhatsApp: Sind Profilbild, Status und Inhalte geschützt?

Laut den offiziellen Zahlen des Facebook-Konzerns nutzen 2018 weltweit mehr als 1,5 Milliarden Menschen den Instant-Messaging-Dienst WhatsApp und versendeten damit jeden Tag 60 Milliarden Nachrichten an Bekannte, Freunde und Verwandte. Dabei werden mithilfe der App auch Inhalte geteilt, die den Urheberschutz genießen. Doch was gilt es beim Urheberrecht bei WhatsApp zu beachten?

Hat das Urheberrecht auch bei WhatsApp Bestand?
Hat das Urheberrecht auch bei WhatsApp Bestand?

Urheberrecht bei WhatsApp – kurz und kompakt

Nutzer von WhatsApp müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben und die vom Betreiber aufgestellten Nutzungsbedingungen halten. Beide sehen den Schutz vom Urheberrecht bei WhatsApp vor, sodass bei einer Urheberrechtsverletzung grundsätzlich eine Abmahnung sowie die Löschung des Profils folgen können.

Unterliegen Nachrichten über WhatsApp dem Urheberrecht?

Laut Urheberrechtsgesetz (UrhG) können unter anderem Bilder, Texte oder Tonaufnahmen, wenn sie sich durch Kreativität und Individualität auszeichnen, dem Urheberrechtsschutz unterliegen. Somit dürfen ausschließlich Schöpfer oder Rechteinhaber darüber entscheiden, wie das jeweilige Werk veröffentlicht, verbreitet und bearbeitet wird.

Dabei gelten diese grundsätzlichen Regeln zum Urheberrecht auch bei WhatsApp und im Internet. Indem die Nutzer den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) für die Verwendung der jeweiligen Dienste zustimmen, akzeptieren diese in der Regel auch die Einhaltung von Urheber- und Markenrecht.

Missachten Sie bei WhatsApp das für Bilder geltende Urheberrecht, drohen ggf. Sanktionen. So müssen Personen, die gegen die WhatsApp-AGB verstoßen und Bildrechte ignorieren, damit rechnen, dass ihr Profil gesperrt wird.

Ob das Versenden von urheberrechtlich geschützten Inhalten via WhatsApp eine Veröffentlichung gemäß UrhG darstellt, ist bislang auch unter Anwälten umstritten. Hierbei könnte es ggf. auch darauf ankommen, wie groß die jeweilige Gruppe ist.

Fotorechte bei WhatsApp: Gilt das Recht am eigenen Bild?

Bevor Sie Fotos versenden, sollten Sie auch das Recht am eigenen Bild bei WhatsApp bedenken.
Bevor Sie Fotos versenden, sollten Sie auch das Recht am eigenen Bild bei WhatsApp bedenken.

Versenden oder veröffentlichen Sie Bilder über den Instant-Messaging-Dienst, gilt es nicht nur das Urheberrecht bei WhatsApp zu beachten. Denn darüber hinaus kann auch das Recht am eigenen Bild eine wichtige Rolle spielen, wonach Sie Bilder, die Dritte zeigen, nur mit deren Einverständnis versenden dürfen.

Zu dieser Einschätzung kam das LG Frankfurt in einem Urteil vom 28.05.2015 (Az.: 2-03 O 452/14). Demnach ist das Verschicken von Bildern innerhalb der App als „Verbreitung“ gemäß Kunsturhebergesetz (KUG) zu bewerten, für welche eine Einwilligung vorliegen muss. Ist dies nicht der Fall, kann eine Abmahnung wegen einem Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild bei WhatsApp folgen.

Daher sollten Sie vor dem Versenden von Fotos klären, ob die abgebildeten Personen mit einer Verbreitung einverstanden sind. Grundsätzlich ist auch davon auszugehen, dass sich diese bei WhatsApp geltenden Fotorechte auch auf das Profilbild und Statusmeldungen übertragen lassen, auch wenn entsprechende Urteile bislang nicht vorliegen.

Wichtig! Auch wenn ein Bild Sie zeigt, dürfen Sie dieses nicht immer einfach versenden. Denn der Fotograf kann als Urheber Ansprüche geltend machen. Klären Sie daher im Vorfeld, ob Sie trotz dem bestehenden Urheberrecht die Bilder bei WhatsApp teilen dürfen.

Zusammenfassung – FAQ zum Urheberrecht bei WhatsApp

Darf ich urheberrechtlich geschützte Bilder über WhatsApp verschicken?

Ob es sich bei der Übermittlung mithilfe von WhatsApp um eine Veröffentlichung gemäß UrhG handelt, ist bislang noch nicht abschließend geklärt. Aus diesem Grund lässt sich nicht ausschließen, dass es sich dabei um eine Urheberrechtsverletzung handelt.

Was kann ich unternehmen, wenn jemand über WhatsApp gegen das Urheberrecht meiner Bilder verstößt?

Verstoßen Dritte unerlaubt gegen Ihr Urheberrecht mithilfe von WhatsApp, können Sie entsprechende Verstöße beim Unternehmen melden. Wie dabei im Einzelnen vorzugehen ist, können Sie in den Nutzungsbedingungen bzw. AGB von WhatsApp nachlesen. Bestehende Bildrechte oder Marken lassen sich somit durchsetzen. Bevor Sie sich mit einem Verstoß gegen das Urheberrecht direkt an WhatsApp wenden, sollten Sie allerdings versuchen, das Problem direkt mit dem Rechtsverletzer zu klären.

Kann ich wegen meinem Profilbild abgemahnt werden?

Wer auf WhatsApp mit seinem Profilbild gegen das Urheberrecht anderer verstößt, muss unter Umständen mit einer Abmahnung rechnen. Allerdings sind uns bislang keine Fälle bekannt, in denen Nutzer für die Verwendung eines Zeichentrickcharakters oder ähnliches als Profilbild Post von einem Anwalt erhalten haben. Trotzdem ist es sinnvoll, eigene Fotos oder gemeinfreie Werke als Profilbild zu nutzen. Zudem können Sie in den Datenschutz-Einstellungen die Sichtweite des Bildes einschränken.

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