Urheberrecht in der Bibliothek: Welche Vorschriften gelten für Büchereien?

Bibliotheken sammeln und erschließen die verschiedensten Werke bzw. Medien. Die meisten Bücher, Zeitschriften, DVDs oder CDs unterliegen dabei dem Urheberrechtsschutz. Aus diesem Grund unterliegen Vorgänge wie die Ausleihe, die Fernleihe oder die Erstellung von Kopien dem Urheberrecht in der Bibliothek.

Die Rahmenbedingungen für die Ausleihe ergeben sich aus dem Urheberrecht in der Bibliothek.

Die Rahmenbedingungen für die Ausleihe ergeben sich aus dem Urheberrecht in der Bibliothek.

Urheberrecht in der Bibliothek – kurz und kompakt

Bibliotheken ermöglichen den Zugang zu verschiedensten Informationen. Zumeist werden diese durch urheberrechtlich geschützte Werke dem Nutzer zur Verfügung gestellt. Die Verwendung und Verbreitung der Medien unterliegt dabei den Vorschriften zum Urheberrecht in der Bibliothek.

Gelten für Bibliotheken besondere Vorschriften?

Urheberrecht in der Bibliothek: Die Institution nimmt eine Sonderstellung ein.

Urheberrecht in der Bibliothek: Die Institution nimmt eine Sonderstellung ein.

Laut Definition handelt es sich bei einer Bibliothek um eine Dienstleistungseinrichtung, welche ihren Nutzern den Zugang zu Informationen ermöglicht. Dabei kann der Bestand der Büchereien sowohl wissenschaftliche Fachbücher, den neusten Bestseller, Filme und Hörbücher sowie digitale Medien umfassen. Darüber hinaus erfüllen Bibliotheken eine wichtige Funktion bei der Restauration alter Werke sowie deren Digitalisierung.

Durch die am 01. März 2018 in Kraft getretene Urheberrechtsreform, die auch unter der Bezeichnung „Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz“ (UrhWissG) bekannt ist, erhielten Büchereien einen eigenen Paragraphen im Urheberrechtsgesetz (UrhG). Dadurch sind die wichtigsten Regelungen zum Urheberrecht in der Bibliothek in § 60e UrhG zusammengefasst.

Bibliotheken dienen der Allgemeinheit und stellen den ungehinderten Zugang zu Informationen sicher. Zudem sind sie für Wissenschaft, Forschung und Lehre von großer Bedeutung. Daher gelten in Bezug auf das Urheberrecht in der Bibliothek besondere Vorschriften.

Urheberrecht in der Bibliothek: Was gilt bei Ausleihe, Digitalisierung und Kopie?

Die Urheberrechtsreform hat das Urheberrecht in der Bibliothek konkretisiert.

Die Urheberrechtsreform hat das Urheberrecht in der Bibliothek konkretisiert.

Bibliotheken bieten verschiedenste Dienstleistungen an. Da diese in der Regel die Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken ermöglichen, ist grundsätzlich sicherzustellen, dass diese mit dem Urheberrecht in einer Bibliothek zu vereinbaren sind.

So dürfen öffentlich zugängliche Bibliotheken Werke aus ihrem Bestand vervielfältigen, wenn dies zu dessen Zugänglichmachung, Indexierung, Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung nötig ist. Gemäß § 60e Abs. 1 schließt dies auch die Digitalisierung des Werkes mit ein.

Leihen Sie sich ein Buch oder einen Film aus einer öffentlichen Bibliothek aus, nimmt diese eine sogenannte Verbreitungshandlung vor. Diese ist ohne das Einverständnis des Urhebers zulässig, wenn das Werk rechtmäßig erworben wurde. Allerdings muss laut Urheberrecht eine Bibliothek für das Verleihen gemäß § 27 Abs. 2 UrhG eine angemessen Vergütung (Bibliothekstantiemen) zahlen.

Darüber hinaus dürfen Bibliotheken auch Vervielfältigungen eines Werkes aus ihrem Bestand an andere Bibliotheken verleihen und somit verbreiten, wenn dies dem Zwecke der Restaurierung dient. Gleiches gilt gemäß § 60e Abs. 2 Archive, Museen und Bildungseinrichtungen.

Das Urheberrecht in der Bibliothek definiert zudem, in welchem Umfang und in welcher Weise ein Dokumentenversand erfolgen darf. So ist es Bibliotheken erlaubt, bis zu 10 Prozent eines Werkes zu nicht kommerziellen Zwecken zu übermitteln. Dies ist sowohl per Post, Fax als auch E-Mail möglich.

Zusammenfassung – FAQ zum Urheberrecht in der Bibliothek

Frage 1: Warum kann ich manche Programme nicht ausleihen?

Die Software für Betriebssysteme, Textverarbeitungs- sowie Tabellenkalkulationsprogrammen usw. können Sie aufgrund einer Vereinbarung der Bibliotheken nicht ausleihen. Allerdings können Sie diese in der Regel in den Räumen der Bibliothek nutzen. Dabei wird allerdings auch sichergestellt, dass Sie das entsprechende Programm nicht vervielfältigen und somit eine Raubkopie erstellen können.

Frage 2: Welche Vorschriften gelten für die Terminals in der Bibliothek?

Das Urheberrecht in einer Bibliothek greift auch für die Nutzung von Terminals und Leseplätzen innerhalb der Einrichtung. Demnach dürfen laut § 60e Abs. 4 während einer Sitzung an den Terminals maximal 10 Prozent eines Werkes sowie Beiträgen aus derselben Fachzeitschrift oder wissenschaftlichen Zeitschrift bzw. sonstigen Werken geringen Umfangs gespeichert oder ausgedruckt werden. Zudem sind Zeitschriften und Zeitungen durch die Urheberrechtsreform generell ausgenommen.

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