VG WORT: Einsatz für das Urheberrecht von Autoren

Das Urheberrechtsgesetz (UrhG) sichert Urhebern für die Verwertung ihrer Werke durch Dritte eine angemessene Vergütung zu. Allerdings ist es Autoren in der Regel nicht möglich zu erfassen, wie oft ihr Buch aus jeder Bibliothek ausgeliehen wird. Daher bemühen sich sogenannte Verwertungsgesellschaften um pauschale Vergütungssysteme. Für Sprachewerke ist dabei die VG WORT zuständig.

Die Ausschüttung der VG WORT stellt für viele Autoren eine wichtige Einnahmequelle dar.

Die Ausschüttung der VG WORT stellt für viele Autoren eine wichtige Einnahmequelle dar.

VG WORT – kurz und kompakt

Die VG WORT befasst sich vor allem mit der Vergütung der Zweitverwertungsrechte bei Sprachwerken. Dabei nimmt die Verwertungsgesellschaft das Urheberrecht für angemeldete Autoren treuhänderisch wahr. Einmal jährlich erfolgt eine Ausschüttung der Tantiemen.

Was ist die VG WORT?

Durch den Wahrnehmungsvertrag übernimmt die VG WORT die Vergütung der Zweitverwertungsrechte bei Textwerken.

Durch den Wahrnehmungsvertrag übernimmt die VG WORT die Vergütung der Zweitverwertungsrechte bei Textwerken.

Bei der Verwertungsgesellschaft WORT – häufig ist nur von der Abkürzung „VG WORT“ die Rede – handelt es sich um einen Verein, welcher sich mit der Verwertung von Urheberrechten beschäftigt. Dabei übernimmt die Verwertungsgesellschaft diese Aufgabe treuhänderisch insbesondere für Autoren und Verlage wahr.

Die Verwaltung der Zweitverwertungsrechte erfolgt bei Werken der Musik durch die GEMA, die VG WORT übernimmt diese Funktion insbesondere für Sprachwerke sowie für Funk und Fernsehen. Ebenfalls berücksichtigt werden Texte im Internet und Sprachtonträger (zum Beispiel Hörbücher).

Zweck der VG WORT ist es, die Nutzungsrechte und sonstigen Vergütungsansprüche seiner Mitglieder durchzusetzen und die, im UrhG definierte, angemessene Vergütung bei der Nutzung durch Dritte sicherzustellen. Einmal jährlich erfolgt durch die VG WORT die Ausschüttung der dadurch eingenommen Gelder an Urheber und Rechteinhaber.

Zentrale Voraussetzung für eine Begünstigung bei der Auszahlung der VG WORT ist die Registrierung bei der Verwertungsgesellschaft. Dadurch schließen Autoren und Verlage mit der VG WORT einen sogenannten Wahrnehmungsvertrag ab. Für diese Urheber bzw. Rechteinhaber erfolgt bei der VG WORT die Anmeldung kostenlos.

Wichtig ist, dass die angemeldeten Mitglieder bei der VG WORT Meldung über ihre veröffentlichten Sprachwerke erstatten. Möglich ist dies zum Beispiel durch das Meldeportal T.O.M. (Texte Online Melden).

Rechtliche Streitfragen zur VG WORT

Das VG-WORT-Urteil vom BGH kann insbesondere für kleinere Verlage existenzgefährdend sein.

Das VG-WORT-Urteil vom BGH kann insbesondere für kleinere Verlage existenzgefährdend sein.

Im April 2016 entschied der Bundesgerichtshof (BGH) gegen die VG WORT. Demnach sei die bis zu diesem Zeitpunkt gehandhabte Praxis, welche den Verlagen pauschal die Hälfte der Einnahmen durch die Zweitverwertung zusprach, rechtswidrig.

Insbesondere kleinere Verlage waren nicht selten auf diese Einnahmequelle der Verwertungs­gesellschaft angewiesen und fürchteten aufgrund dieses Urteils um ihre Existenz. Unberechtigt scheint diese Sorge nicht, denn für die Jahre 2012 bis 2015 musste die VG WORT von Verlagen 85 Millionen Euro zurückfordern.

Das letzte Wort ist zu diesem Thema allerdings noch nicht gesprochen, denn ein Verlag hat gegen das Urteil eine Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Uneinigkeit bestand lange Zeit auch zwischen VG WORT und den Universitäten. Hierbei ging es insbesondere um eine angemessene Vergütung für die wissenschaftlichen Texte, welche Studenten über digitale Lernplattformen der Hochschulen abrufen können. Mittlerweile haben sich die Parteien geeinigt.

Zusammenfassung – FAQ zur VG WORT

Frage 1: Woher kommt Geld für die Ausschüttung der VG WORT?

Eine wichtige Einnahmequelle stellen die gemeldeten Werke da. Wird zum Beispiel ein Artikel für einen Pressespiegel verwendet, verwaltet die VG WORT die anfallende Tantieme aus den Zweitverwertungsrechten. Darüber hinaus ist ein Großteil der Einnahmen auf die Pauschalabgabe zurückzuführen, die beim Kauf von Geräten und Medien anfällt, welche das Erstellen oder Speichern von Vervielfältigungen ermöglichen.

Frage 2: Ist die einzige Aufgabe der VG WORT die Auszahlung der Gebühren?

Zusätzlich zur Wahrnehmung der Zweitverwertungsrechte von Textwerken fördert die VG WORT auch Wissenschaft und Forschung. So gewährt die VG WORT einen Druckkostenzuschuss für bislang unveröffentlichte, herausragende wissenschaftliche Werke, welche ansonsten nicht erscheinen könnten. Möglich Gründe dafür können eine hohe Spezialisierung sowie eine geringe Auflage sein. Die Höchstgrenze für den Druckkostenzuschuss der VG WORT liegt bei 12.000 Euro.

Frage 3: Besteht auch die Möglichkeit, eine Dissertation bei der VG WORT anzumelden?

Grundsätzlich können Sie bei der VG WORT auch Ihre Dissertation melden. Dafür ist eine Registrierung notwendig. Zudem sind die Vorgaben der Verwertungsgesellschaft zu prüfen. So muss zum Beispiel das Werk in mindestens zwei regionalen Verbundsystemen mit mindestens fünf Standorten in wissenschaftlichen Bibliotheken der Bundesrepublik Deutschland nachgewiesen werden.

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