Was sind die Verwertungsrechte des Urhebers?

Das Urheberrecht dient vor allem dem Schutz des Schöpfers und seines Werkes. Darüber hinaus soll durch das Gesetz auch sichergestellt werden, dass die Urheber eine angemessene Vergütung erhalten, wenn Dritte ihre Bilder, Texte oder Musik nutzen. In welcher Art und Weise eine Verwendung möglich ist, regeln dabei die Verwertungsrechte.

Verwertungsrechte: Der Künstler entscheidet, wann seine Bilder in einer Galerie ausgestellt werden.

Verwertungsrechte: Der Künstler entscheidet, wann seine Bilder in einer Galerie ausgestellt werden.

Verwertungsrechte – kurz und kompakt

Durch die Verwertungsrechte soll sichergestellt werden, dass der Urheber aus seinem geschaffenen Werk auch einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwischen körperlichen und unkörperlichen Formen der Verwertung.

Was sind Verwertungsrechte gemäß Urheberrecht?

Urheberrecht: Gemäß Verwertungsrecht darf ausschließlich der Urheber darüber entscheiden, in welcher Art und Weise sein Werk verwertet wird.

Urheberrecht: Gemäß Verwertungsrecht darf ausschließlich der Urheber darüber entscheiden, in welcher Art und Weise sein Werk verwertet wird.

Durch die im Urheberrechtsgesetz (UrhG) definierten Verwertungsrechte, besitzt der Urheber das Recht, sein Werk ausschließlich zu verwerten. Veröffentlichen Dritte ohne die Zustimmung des Schöpfers ein Bild oder ein Musikstück, liegt somit eine Urheberrechtsverletzung vor, welche eine Abmahnung samt Unterlassungserklärung nach sich ziehen kann.

Denn die Verwertungsrechte sollen sicherstellen, dass der Urheber für seine Leistung auch eine entsprechende materielle Vergütung erhält. Dies ist zum Beispiel durch die Einräumung von Nutzungsrechten durch einen Lizenzvertrag möglich.

Urheber können ihre Verwertungsrechte grundsätzlich nicht abgeben, sondern nur Nutzungsrechte einräumen.

Unterscheidung der Verwertungsrechte

Das UrhG unterscheidet die Verwertungsrechte grundsätzlich danach, ob ein Werk in körperlicher Form verwertbar ist oder dieses in unkörperlicher Form öffentliche wiedergegeben wird.

Zu den körperlichen Verwertungsrechten gehören dabei:

  • Vervielfältigungsrecht
    Als Vervielfältigung gelten unter anderem Fotokopien, gebrannte CDs oder Buchnachdrucke. Aufgrund der Schranken im Urheberrecht sind allerdings Kopien für den Privatgebrauch auch ohne die Zustimmung des Urhebers erlaubt.
  • Verbreitungsrecht
    Durch die Verbreitung wird das Original oder eine Vervielfältigung der Öffentlichkeit zum Verkauf angeboten. Kommt ein Verkauf zustande, gilt der Erschöpfungsgrundsatz, sodass das Verbreitungsrecht für dieses Werk erschöpft ist.
  • Die Verwertungsrecht werden anhand ihrer Form unterschieden.

    Die Verwertungsrecht werden anhand ihrer Form unterschieden.

  • Ausstellungsrecht
    Der Urheber entscheidet, wann und in welcher Form ein unveröffentlichtes Werk in der Öffentlichkeit gezeigt wird. Anwendung findet dieses nur bei Werken der Bildhauerei, Malerei, Grafik und Fotografie. Zudem erlischt das Ausstellungsrecht mit der Veröffentlichung.

Die unkörperlichen Verwertungsrechte – welche auch als „Recht der öffentlichen Wiedergabe“ bezeichnet werden – umfassen insbesondere:

  • Vortrags-, Aufführungs- und Vorführungsrecht
    Als Vortrag gilt die öffentliche Darbietung eines urheberrechtlich geschützten Textes, wohingegen es sich bei einer Aufführung um Veranstaltungen wie Konzerte oder Theaterstücke handelt. Das Vorführungsrecht gilt ausschließlich für Werke der bildenden Künste, Lichtbildwerke sowie Filmwerke.
  • Recht der öffentlichen Zugänglichmachung
    Die öffentliche Zugänglichmachung bezieht sich unter anderem auch auf die Bereitstellung im Internet.
  • Senderecht
    Das Senderecht ist vor allem für die Übertragung im Rundfunk von Bedeutung.
  • Recht der Wiedergabe durch Bild- oder Tonträger
    Die Wiedergabe durch Bild- und Tonträger ist in der Regel eine Form der Zweitverwertung. Relevant ist dies zum Beispiel in Gaststätten, welche Musik im Hintergrund laufen lassen.

Zusammenfassung – FAQ zu den Verwertungsrechten

Frage 1: Was hat es mit dem Zweitverwertungsrecht auf sich?

Wird ein Werk erstmals veröffentlicht oder verbreitet, sprechen Juristen von einer sogenannten Erstverwertung. Anschließend erfolgt die Wahrnehmung der Rechte in der Regel durch sogenannte Verwertungsgesellschaften. So nimmt zum Beispiel die GEMA das Zweitverwertungsrecht für Komponisten und Texter wahr.

Frage 2: Sind Verwertungsrecht und Nutzungsrecht identisch?

Nutzungs- und Verwertungsrechte sind prinzipiell nicht gleichzusetzen, denn letztere sind grundsätzlich nicht auf Dritte übertragbar. Möchte Sie allerdings ein fremdes Werk nutzen, kann der Urheber Ihnen ein sogenanntes Nutzungsrecht einräumen. Auf diesen Unterschied zwischen Nutzungsrecht und Verwertungsrecht sollten Sie insbesondere bei vertraglichen Vereinbarungen achten.

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