Parodie im Urheberrecht: Was ist erlaubt?

Von urheberrecht.de, letzte Aktualisierung am: 14. September 2021

Nicht immer fällt es leicht, den Alltag in aller Ernsthaftigkeit zu ertragen. Aus diesem Grund hat sich das Verspotten von Werken, alltäglichen Themen und Missständen sowie von Politikern und Prominenten zu einer Kunstform entwickelt. Doch wie sind Satire und Parodie laut dem Urheberrecht zu bewerten?

Welche Regeln gelten für Satire und Parodie gemäß Urheberrecht?
Welche Regeln gelten für Satire und Parodie gemäß Urheberrecht?

FAQ zu Parodie und Satire im Urheberrecht

Ist eine Parodie durch das Urheberrecht geschützt?

Verfügt die Parodie über eine ausreichende Schöpfungshöhe, kann es sich dabei um ein selbstständiges Werk handeln.

Sieht das Urheberrecht für Parodien und Satire besondere Regelungen vor?

Bei Parodie und Satire kann es sich um eine freie Benutzung gemäß § 24 Urheberrechtsgesetz (UrhG) handeln. In diesem Fall ist eine Veröffentlichung ohne die Zustimmung des Urhebers des verwendeten Werkes möglich.

Wann liegt eine freie Benutzung vor?

Bei einer freien Benutzung zeichnet sich das neu geschaffene Werk durch ein so hohes Maß an Individualität aus, dass dadurch das Original in den Hintergrund tritt. Mehr zu diesem Aspekt des Verwertungsrechts erfahren Sie hier.

Begriffskunde zu Parodie und Satire

Wann verstößt Satire nicht gegen das Urheberrecht?
Wann verstößt Satire nicht gegen das Urheberrecht?

Bevor wir uns damit beschäftigen können, welche Regelungen das Urheberrecht für Satire und Parodie vorsieht, müssen wir erst einmal klären, was sich konkret hinter den Begriffen verbirgt.

Unter einer Parodie ist die übertriebene oder verspottende Nachahmung von bekannten Werken wie Filmen oder Büchern zu verstehen. So parodiert zum Beispiel die Westernkomödie „Der Schuh des Manitu“ die Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre. Aber auch Prominente lassen sich aufgrund ihrer Charaktereigenschaften dadurch auf amüsante Weise überspitzt darstellen.

Durch Satire werden hingegen alltäglich Themen auf lustige oder spöttische Art behandelt. Zentrales Element ist dabei die komische Darstellung von Kritik und Missständen, wie dies zum Beispiel bei Karikaturen der Fall ist.

Auch wenn es bei Parodie und Satire inhaltlich bzw. strukturell eindeutige Unterschiede gibt, machen sich diese beiden Kunstformen nicht selten fremde Werke zunutze. Weshalb sich die Frage stellt, ob Satire und Parodie mit dem Urheberrecht vereinbar sind.

Was ist die freie Benutzung?

Wer für eine eigene Schöpfung ein fremdes Werk nutzen möchte, benötigt dafür üblicherweise das Einverständnis des jeweiligen Urhebers. Allerdings können Satire und Parodie im Urheberrecht von einer Ausnahme profitieren: der freien Benutzung. Unter § 24 UrhG heißt es dazu:

Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden.

Damit bei einer Parodie laut Urheberrecht eine freue Benutzung vorliegt, muss sich diese aber maßgeblich vom Original unterscheiden, sodass die entlehnten Züge des genutzten Werkes in den Hintergrund treten. Juristen sprechen in diesem Zusammenhang vom Abstand zwischen Original und neuem Werk.

Mitunter ist die Unterscheidung zwischen unerlaubter Bearbeitung und freier Nutzung schwierig, weshalb sich immer wieder Gerichte mit der Bewertung der Einzelfälle beschäftigen. Erfolgt keine Bearbeitung des Originals, sondern eine satirische Auseinandersetzung mit diesen, kann ggf. auch ein Zitat vorliegen.

Parodie im Urheberrecht – kurz und kompakt

Die Auseinandersetzung mit bestehenden urheberrechtlich geschützten Werken in Form von Parodie und Satire kann eine freie Benutzung darstellen. In diesem Fall ist das Einverständnis des Urhebers für die Verwertung nicht notwendig.

Quellen und weiterführende Links

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