Urheberrecht vererben: Was geschieht mit den Werken nach dem Tod des Schöpfers?

Unsere Zeit auf der Erde ist begrenzt, deshalb wollen wir auch jeden einzelnen Augenblick genießen. Trotzdem ist es durchaus sinnvoll, sich bereits zu Lebzeiten Gedanken über das eigene Vermächtnis zu machen, entsprechende Vorkehrungen – wie ein Testament – zu ergreifen und sich zu überlegen, wem Sie Ihr Urheberrecht vererben wollen.

Unsere Zeit ist begrenzt: Überlegen Sie deshalb rechtzeitig, an wen Sie Ihr Urheberrecht vererben.

Unsere Zeit ist begrenzt: Überlegen Sie deshalb rechtzeitig, an wen Sie Ihr Urheberrecht vererben.

Urheberrecht vererben – kurz und kompakt

Durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) ist es möglich, das Urheberrecht zu vererben. Dies beinhaltet alle Rechte, die mit einem Werk einhergehen: Verwertungsrechte, Nutzungsrechte sowie Urheberpersönlichkeitsrechte. Allerdings besteht das Urheberrecht nur 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers.

Kann ich das Urheberrecht vererben?

Urheberrecht: Die Erben können Sie durch ein Testament festlegen.

Urheberrecht: Die Erben können Sie durch ein Testament festlegen.

Das Urheberrecht schützt die besondere Verbindung zwischen dem Urheber und seinem Werk. Dabei handelt es sich um ein ausschließliches Recht, welches sicherstellt, dass nur der Schöpfer darüber entscheiden kann, wann und in welcher Form sein Werk verwertet wird.

Aufgrund dieser besonderen Beziehung ist in der Regel eine Übertragung des Urheberrechts für ein Werk nicht möglich. Diese Regelung soll vor allem dem Schöpfer zugutekommen und ihm für die Verwertung seines Werkes eine angemessene Vergütung zusichern.

Allerdings räumt das UrhG die Möglichkeit ein, das Urheberrecht zu vererben. In § 28 UrhG heißt es dazu im Detail:

  1. Das Urheberrecht ist vererblich.
  2. Der Urheber kann durch letztwillige Verfügung die Ausübung des Urheberrechts einem Testamentsvollstrecker übertragen.”
Hat der Urheber Bedenken, dass seine Erben mit seinen Werken nicht entsprechend seiner Wünsche verfahren, kann auch ein Testamentsvollstrecker mit der Ausübung des Urheberrechts beauftragt werden.

Urheberrecht vererben: Welche Rechte haben die Hinterbliebenen?

Urheberrecht vererben: Die Verbindlichkeiten bleiben bestehen.

Urheberrecht vererben: Die Verbindlichkeiten bleiben bestehen.

Nach dem Tod des Schöpfers geht das Urheberrecht an seine Erben über. Dadurch erhalten diese die gleichen Rechte, über die auch schon der ursprüngliche Urheber verfügt hat.

Demnach gehen sowohl die Urheberpersönlichkeits- als auch die Verwertungsrechte auf den Rechtsnachfolger über.

Die Erben sind allerdings auch an die bereits bestehenden Verbindlichkeiten – zu denen unter anderem Lizenzverträge über die Einräumung der Nutzungsrechte zählen – gebunden.

Außerdem ist die Dauer des Urheberrechts zeitlich begrenzt, denn dieses erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers (§ 64 UrhG). Danach gelten die Werke als gemeinfrei und können, ohne dass dafür der Erwerb von Nutzungsrechten notwendig ist, verwertet werden.

Zusammenfassung – FAQ zu Urheberrecht und Erbe

Frage 1: Wie kann ich den Erben meiner Urheberrechte bestimmen?

Um das Urheberrecht zu vererben, können Sie zum einen ein Testament oder einen Erbvertrag verfassen. Darin haben Sie die Möglichkeit, den künftigen Erben selbst zu bestimmen. Liegt solch ein Schriftstück nicht vor, gehen die Rechte an die Erbberechtigten gemäß der gesetzlichen Erbfolge über. Dabei handelt es sich in der Regel um Ehegatten und die nächsten Angehörigen.

Frage 2: Was geschieht mit meinen Werken, wenn niemand da ist, an den ich das Urheberrecht vererben kann?

Wurde durch ein Testament kein Erbe bestimmt, findet die gesetzliche Erbfolge Anwendung. Das zuständige Nachlassgericht versucht dann, mögliche Verwandte zu ermitteln. Scheitert dieses Vorhaben, tritt der Staat als Erbe auf. Dadurch werden die Schöpfungen allerdings nicht automatisch gemeinfrei, auch in diesem Fall müssen die Fristen eingehalten werden.

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