Streaming: Warum neue Anbieter die Piraterie fördern

News | 5. August 2019

Wer einen Film oder eine Serien auf Abruf schauen möchte, kann dies legal über verschiedene – meist kostenpflichtige – Streaming-Plattformen tun. Diese Angebote führten auch dazu, dass illegales Filesharing in den letzten Jahren zurückging. Allerdings befürchten Experten nun, dass das Filmmaterial künftig wieder vermehrt illegal beschafft wird. Grund dafür ist die wachsende Anzahl der Streaming-Anbieter, welche die Piraterie zurückkehren lassen.

Führt die Vielzahl der Streaming-Anbieter zu mehr Piraterie?

Wenn Auswahl zum Problem wird: Zu viele Streaming-Anbieter fördern die Piraterie.
Wenn Auswahl zum Problem wird: Zu viele Streaming-Anbieter fördern die Piraterie.

Dass viele Menschen dazu bereit sind, für digitale Inhalte reales Geld zu bezahlen, zeigt sich am Erfolg der verschiedenen legalen Streaming-Anbieter. Gleichzeitig sorgte der Aufstieg von Netflix, Amazon Prime Video und Co. auch dafür, dass Interesse an illegalen Filmdownloads sowie Filesharing in den letzten Jahren zurückging und die Piraterie praktisch als besiegt galt.

Eine Analyse des IT-Infrastrukturspezialist Sandvine zeigt allerdings, dass die Nutzung des Peer-to-Peer-Netzwerks Bittorrent wieder zunimmt. Als Ursache dafür haben Experten die steigende Anzahl der Streaming-Anbieter ausgemacht. Die Piraterie sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass jeder Dienst über Exklusiv-Titel verfügt, sodass interessierte Nutzer mehrere Abos abschließen müssen. 

Zu den bekanntesten Streaming-Diensten für Filme und Serien zählen in Deutschland aktuell:

  • Netflix
  • Amazon Prime Video
  • Sky
  • Maxdome

Allerdings wird die Zahl der Anbieter in den nächsten Jahren weiter wachsen, denn so haben unter anderem bereits Disney, Warner Media und Apple bereits eigenen Streaming-Plattformen angekündigt. Was wohl auch dazu führen wird, dass deren Filme sowie Serien nach und nach aus dem Angebot der bestehenden Dienste verschwinden.

Für Kunden, die sich nicht mit einer kleineren Auswahl zufriedengeben wollen, brechen vermutlich teure Zeiten an. Denn in der Regel belaufen sich die Kosten pro Dienst auf durchschnittlich zehn Euro pro Monat.

Was droht bei illegalem Streaming und Filesharing?

Auch wenn die neuen Streaming-Anbieter die Piraterie selbst fördern, drohen für den Verstoß gegen das Urheberrecht Sanktionen.
Auch wenn die neuen Streaming-Anbieter die Piraterie selbst fördern, drohen für den Verstoß gegen das Urheberrecht Sanktionen.

Wer keine legalen Streaming-Anbieter nutzt und Piraterie betreibt, muss in Deutschland mit Sanktionen rechnen. Denn Filme und Serien genießen den Schutz des Urheberrechts, weshalb eine unerlaubte Vervielfältigung oder Verbreitung als Urheberrechtsverletzung gewertet wird.

Daher müssen Personen, die Filme oder Serien mithilfe von Filesharing verbreiten oder widerrechtlich zum Streamen bereitstellen, in der Regel mit einer Abmahnung rechnen. Gerade die Betreiber entsprechender Plattformen müssen ggf. aber auch mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber, ob es sich um einen privaten oder gewerblichen Verstoß handelt. Mit welcher Strafe ein illegaler Streaming-Anbieter wegen Piraterie zu rechnen hat, zeigt die nachfolgende Tabelle:

Tat­bestandStrafe für Privat­personStrafe für Gewerbe
Unerlaubte Verwertung von urheber­rechtlich geschützten WerkenGeldstrafe / Freiheits­strafe von max. 3 Jahren Geldstrafe / Freiheits­strafe von max. 5 Jahren
Unerlaubter Eingriff in die Schutz­rechte der verschiedenen WerkartenGeldstrafe / Freiheits­strafe von max. 3 Jahren Geldstrafe / Freiheits­strafe von max. 5 Jahren
Unerlaubte Eingriffe in technische Schutz­maßnahmenGeldstrafe / Freiheits­strafe von max. 1 JahrGeldstrafe / Freiheits­strafe von max. 3 Jahren

Wichtig! Auch das Streamen von illegalen Inhalten ist in Deutschland nicht gestattet. Allerdings ist eine Rückverfolgung häufig nicht möglich, sodass meist keine Abmahnung erfolgen kann.

Bildnachweis: © fotolia.com/ake1150

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