Live-Streaming: Welche Gesetze gelten für die Echtzeitübertragung?

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich die gesamte Familie vor einem flackernden Röhrenfernseher versammelte, um das aktuelle Fernsehprogramm oder ein Fußballspiel zu schauen. Denn durch das Live-Streaming können Sie die aktuellen Sendungen immer und überall verfolgen. Allerdings müssen insbesondere die Anbieter vom TV-Streaming dabei verschiedene Vorgaben erfüllen.

Durch Live-Streaming können Sie Sportereignisse immer und überall in Echtzeit mitverfolgen.

Durch Live-Streaming können Sie Sportereignisse immer und überall in Echtzeit mitverfolgen.

Live-Streaming – kurz und kompakt

Live-Streaming bietet die Möglichkeit, ein Programm oder ein Video in Echtzeit zu schauen. Im Gegensatz zum regulären Angebot der verschiedenen Streaming-Seiten, können Sie währenddessen nicht pausieren oder vor- bzw. zurückspulen. Zudem haben Sie in der Regel keinen Einfluss auf den Beginn der Übertragung, sind somit also an den Sendeplan gebunden.

Was ist Live-Streaming?

Mobil fernsehen: Lieblingssendungen live im Internet verfolgen.

Mobil fernsehen: Lieblingssendungen live im Internet verfolgen.

Der Begriff „Live-Streaming“ stammt aus dem Englischen und geht auf die Wörter „live“ (direkt bzw. unverzögert) und „stream“ (Datenstrom) zurück. Wortwörtlich könnte der Begriff auch als „Echtzeitübertragung“ übersetzt werden. Ein Livestream ist laut Definition also das Gegenteil zum Angebot der verschiedenen Videoplattformen, bei denen Serien oder Filme auf Wunsch abrufbar sind (reguläres Streaming).

Live-Streaming-TV erfreut sich vor allem bei Sportveranstaltungen und Konzerten großer Beliebtheit, aber auch bei Auktionen, Gerichtsverhandlungen oder Versammlungen im Bundestag kann diese technische Möglichkeit zum Einsatz kommen. Zudem bieten immer mehr Sender ihr Programm auf diese Weise an, sodass Sie das TV-Programm live im Stream verfolgen können.

Aber auch Influencer nutzen eine solche Liveausstrahlung und zeigen darin vor allem, wie sie ein Videogame spielen (Let’s play). Allerdings sorgt aktuell gerade die Form von Live-Streaming für Aufruhr unter den YouTubern, denn wegen einer fehlenden Rundfunklizenz können den Influencern Strafen drohen.

Rechtliche Probleme beim Live-Video-Streaming

Per Livestream fernsehen: Neben Sport und News umfasst das Angebot auch Unterhaltungsprogramme.

Per Livestream fernsehen: Neben Sport und News umfasst das Angebot auch Unterhaltungsprogramme.

Möchten Sie per Livestream fernsehen, ist dies in der Regel nur möglich, weil der jeweilige Anbieter im Besitz einer Rundfunklizenz ist. Gemäß der Checkliste der Medienanstalten ist beim Live-Streaming eine solche Lizenz notwendig, wenn das Angebot:

  • live ist oder zu bestimmten Zeitpunkten startet,
  • mindestens 500 Nutzern gleichzeitig zur Verfügung steht (technische Voraussetzung),
  • journalistisch-redaktionell gestaltet ist
  • und regelmäßig bzw. dauerhaft angeboten wird.

Diese Kriterien treffen in manchen Fällen auch auf die Kanäle zu, welche Influencer auf YouTube oder anderen Plattformen wie Twitch betreiben. Erlangen die zuständigen Medienanstalten davon Kenntnis, stehen die Influencer vor der Entscheidung: Angebot ändern oder Rundfunklizenz für Live-Streaming beantragen.

Der Erhalt einer Rundfunklizenz ist allerdings mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. So sind unter anderem Unternehmensangaben sowie Vermögensverhältnisse offenzulegen und ein Jugendschutzbeauftragter zu ernennen. Zudem ist der Antrag mit Kosten in vierstelliger Höhe verbunden.

Zusammenfassung – FAQ zum Live-Streaming

Frage 1: Ich stelle auf YouTube Videos ein. Benötige ich nun eine Rundfunklizenz?

In der Regel sind die Videos auf YouTube on-demand abrufbar. Diese fallen demnach nicht unter die Definition von Rundfunk, sodass keine entsprechende Lizenz notwendig ist.

Frage 2: Können beim Live-Streaming noch weitere rechtliche Probleme auftreten?

Filmen Sie Personen ohne, dass diese ausdrücklich zugestimmt haben, liegt ein Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz vor. Im schlimmsten Fall kann eine Geld- oder Freiheitsstrafe die Folge sein. Zudem wird häufig die Abgabe einer Unterlassungserklärung gefordert.

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