Fallen Rezepte unter das Urheberrecht?

Durch die Step-by-Step-Anleitungen in Kochrezepten kann selbst der laienhafteste Koch in der Küche ein kleines, kulinarisches Meisterwerk schaffen. Nachkochen ist dabei grundsätzlich erlaubt und auch erwünscht. Wer die Anleitung für sein Lieblingsgericht allerdings mit der gesamten Welt teilen möchte, muss aufpassen, denn es besteht die Möglichkeit, dass Rezepte durch das Urheberrecht geschützt sind.

Am heimischen Herd können die verblüffendsten Gerichte entstehen. Doch gilt für Rezepte das Urheberrecht?
Am heimischen Herd können die verblüffendsten Gerichte entstehen. Doch gilt für Rezepte das Urheberrecht?

FAQ über Rezepte laut Urheberrecht

Genießen Rezepte den Schutz des Urheberrechts?

Handelt es sich bei dem Rezept um mehr als nur eine kurze Anleitung, kann dieser Text unter das Urheberrecht fallen. Darüber hinaus sind auch mögliche Bilder urheberrechtlich geschützte Werke.

Ich möchte auf meiner Webseite fremde Kochanleitungen vorstellen. Reicht es dabei aus, wenn ich die Rezepte mit einen Copyright-Vermerk kennzeichne und den Verfasser angebe?

Fallen die Rezepte unter das Urheberrecht, reicht die Angabe des Schöpfers nicht aus, um eine mögliche Abmahnung zu vermeiden. Hierfür ist das Einverständnis des Urhebers notwendig. Dieses sollten Sie am besten schriftlich festhalten.

Besteht die Möglichkeit, sich ein Rezept patentieren zu lassen?

Grundsätzlich können Sie ein Patent auf ein Rezept beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) beantragen. Allerdings ist die Eintragung eines solchen an hohe Anforderungen geknüpft. So muss es sich um eine Neuheit handeln, die einen technischen Fortschritt darstellt. Zudem schreibt das Patentgesetz (PatG) eine erfinderische Tätigkeit sowie die gewerbliche Anwendbarkeit vor. Aufgrund dieser Kriterien ist es in der Regel schwierig, ein Rezept durch ein Patent schützen zu lassen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Urheberrecht für Rezepte gilt?

Egal ob Urheberrecht oder Copyright: Rezepte können ggf. vor der widerrechtlichen Verwertung von Dritten geschützt sein.
Egal ob Urheberrecht oder Copyright: Rezepte können ggf. vor der widerrechtlichen Verwertung von Dritten geschützt sein.

Bei einem Rezept handelt es sich grundsätzlich um eine Anleitung, anhand welcher sich Gerichte oder Backwaren zubereiten lassen. Diese Anweisungen beinhalten in der Regel Mengenangaben für die einzelnen Zutaten und können unter Umständen mit Bildern angereichert sein, die der Veranschaulichung dienen.

Um herauszufinden, ob Rezepte unter das Urheberrecht fallen, gilt es zu allererst zu prüfen, inwieweit es sich dabei um eine geschützte Werkart gemäß Urheberrechtsgesetz (UrhG) handelt. Die Kochanleitungen lassen sich dabei den Sprachwerken zuordnen, was bedeutet, dass Rezepte prinzipiell urheberrechtlich geschützt sein können.

Zusätzlich dazu ist im jeweiligen Einzelfall zu prüfen, ob das jeweilige Rezept über die Vorgaben für eine persönlich geistige Schöpfung verfügt. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn sich die Anleitung durch ein besonderes Maß an Individualität auszeichnet, die notwendige Schöpfungshöhe erreicht und sich somit von alltäglichen Erzeugnissen abhebt. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Kochrezept mit Anekdoten oder Reiseerinnerungen ergänzt wurde.

Die Einschätzung, ob für Rezepte das Urheberrecht gilt, ist für Laien häufig nicht einfach und muss bei einem Rechtsstreit schlussendlich meist vor einem Gericht entschieden werden. Ob und welche Möglichkeiten bestehen, um Ihr Rezept schützen zu lassen, sollten Sie daher ggf. mit einem Anwalt für Urheberrecht besprechen.

Genießen Fotos zu Rezepten den Schutz durch das Urheberrecht?

Manchmal erststreckt sich der Schutz beim Urheberrecht für Kochrezepte nur auf die Bilder.
Manchmal erststreckt sich der Schutz beim Urheberrecht für Kochrezepte nur auf die Bilder.

Erreichen die Anleitungen der Rezepte gemäß Urheberrecht nicht die notwendige Schöpfungshöhe, besteht in der Regel auch kein Schutz vor der Verwertung durch Dritte. Allerdings kann grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, dass das vermeintliche „Beiwerk“ die notwendigen Kriterien erfüllt.

Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn Sie während des Kochens bzw. Backens oder auch vom fertigen Gericht Fotos anfertigen. Denn das Urheberrecht für Bilder schützt grundsätzlich alle Fotos vor unerwünschter Vervielfältigung, Verbreitung oder auch Bearbeitung.

Daher können Sie, wenn Dritte Ihre Fotos widerrechtlich verwenden, rechtlich gegen diese vorgehen. Möglich ist dies zum Beispiel außergerichtlich mithilfe einer Abmahnung. Für Anleitungen und Rezepte besteht laut Urheberrecht diese Option hingegen nur bei einer entsprechenden Schöpfungshöhe.

Rezepte gemäß Urheberecht – kurz und kompakt

Damit Rezepte unter das Urheberrecht fallen, muss die Anleitung über die erforderliche Schöpfungshöhe verfügen. Eine einfache Beschreibung der Arbeitsschritte erfüllt dieses Kriterium nicht. Darüber hinaus können die Bilder, welche die Arbeitsschritte und die fertigen Speisen dokumentieren, urheberrechtlich geschützt sein.

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2 thoughts on “Fallen Rezepte unter das Urheberrecht?

  1. Sepp

    Wenn ich in einem YouTube Video ein Rezept eines anderen YouTubers nachmachen will, ohne fremdes Bildmaterial und ich nenne den Namen und verlinke das Video, bekomme ich dann Schwierigkeiten ?
    wie kann ich das verhindern?
    (es ist nicht möglich eine Erlaubnis einzuholen)

    Reply
    1. urheberrecht.de Post author

      Hallo Sepp,
      wir dürfen keine kostenlose Rechtsberatung geben. Wenden Sie sich daher für eine Einschätzung an einen Anwalt für Urheberrecht.

      Ihr Team von urheberrecht.de

      Reply

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