Recht am Bild der eigenen Sache: Existiert dieses in Deutschland?

Mein Haus, mein Auto, mein Boot – auf ihr hart erarbeitetes Eigentum sind viele Menschen besonders stolz und möchten dieses auch schützen. Neben verschiedensten Maßnahmen zur Vermeidung eines Diebstahls kann sich dieses Bestreben auch auf ein Foto-Verbot erstrecken. Allerdings stellt sich dabei grundsätzlich die Frage, ob in Deutschland überhaupt ein Recht am Bild der eigenen Sache existiert.

Kann ich durch das Recht am Bild der eigenen Sache anderen verbieten, mein Haus zu fotografieren?
Kann ich durch das Recht am Bild der eigenen Sache anderen verbieten, mein Haus zu fotografieren?

FAQ zum Recht am Bild der eigenen Sache

Gibt es in Deutschland ein Recht am Bild der eigenen Sache?

Nein, ein entsprechendes Schutzrecht sieht der Gesetzgeber in der Regel nicht vor. Allerdings existiert in Deutschland das Recht am eigenen Bild.

Worauf gilt es bei Fotos von Gegenständen zu achten?

Grundsätzlich ist es zulässig, Gegenstände für private Zwecke zu fotografieren. Möchten Sie diese allerdings veröffentlichen, sollten Sie prüfen, ob Sie dadurch nicht ggf. bestehende Rechte verletzen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Verstöße gegen das Urheber- oder Markenrecht handeln.

Dürfen Dritte ohne meine Erlaubnis Fotos von meinem Auto machen und diese im Internet veröffentlichen?

In den meisten Fällen ist es erlaubt, ein fremdes Auto zu fotografieren. Gemäß deutschem Recht ist eine Veröffentlichung im Internet in der Regel sogar dann zulässig, wenn das Kennzeichen dabei erkennbar ist. Denn laut einem Urteil des Landgerichts Kassel vom 10.05.2007 (Az.: 1 T 75/07) handelt es sich bei einem Kfz-Kennzeichen nicht um sensibele Informationen.

Was soll das Recht am Bild der eigenen Sache schützen?

Auch für Haustiere bietet das Recht am Bild der eigenen Sache keinen Schutz.
Auch für Haustiere bietet das Recht am Bild der eigenen Sache keinen Schutz.

Möchten Sie ein Foto, welches eine Person zeigt, veröffentlichen, ist dies in der Regel nur mit deren Einverständnis möglich. Dieses Vorgehen ergibt sich aus dem Recht am eigenen Bild, welches im Kunsturhebergesetz (KunstUrhG oder KUG) definiert und zudem ein wichtiger Bestandteil des Persönlichkeitsrechts ist.

Viele Menschen sind aufgrund dieser rechtlichen Regelung der Meinung, dass eine entsprechende Einwilligung auch vorliegen muss, wenn ihr Eigentum fotografiert und die Abbildung anschließend veröffentlicht werden. In diesem Zusammenhang ist dann häufig die Rede vom „Recht am Bild der eigenen Sache“.

Allerdings beinhalten die deutschen Gesetze in der Regel keine Vorschriften, auf denen sich ein generelles Recht am Bild der eigenen Sache beziehen kann. Allerdings können Sie unter bestimmten Umständen untersagen, dass Dritte Ihr Gebäude fotografieren. Wann dieses Recht besteht, klären wir nachfolgend.

Wichtig! Nach deutschem Recht werden Haus- und Nutztieren wie Gegenstände behandelt. Daher besitzen diese auch kein eigenes Persönlichkeitsrecht. Aus diesem Grund dürfen Abbildungen von Tieren auch ohne die Zustimmung des jeweiligen Halters veröffentlicht werden.

Medien- und Urheberrecht: Darf ich Gebäude fotografieren?

Recht am Bild: Werden Gebäude abgelichtet, muss der Eigentümer dies häufig hinnehmen.
Recht am Bild: Werden Gebäude abgelichtet, muss der Eigentümer dies häufig hinnehmen.

Wie zuvor bereits angeführt, existiert in Deutschland kein generelles Recht am Bild der eigenen Sache. Sie dürfen also in der Theorie Gebäude, Fahrzeuge oder sonstige Gegenstände fotografieren und diese anschließend auch veröffentlichen. Allerdings gilt es dabei ein paar Kriterien zu beachten:

  1. Öffentliche Zugänglichkeit
    Gemäß § 59 Urheberrechtsgesetz (UrhG) dürfen Sie Gebäude fotografieren, wenn dies von öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen aus möglich ist. Müssten Sie allerdings ein Privatgelände betreten, benötigen Sie eine entsprechende Einwilligung des Eigentümers.
  2. Verwendung von keinerlei Hilfsmittel
    Fotos von Gebäuden sind von öffentlichen Plätzen nur dann zulässig, wenn bei der Erstellung keine besonderen Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Dies beinhaltet unter anderem Leitern oder Drohnen. Gleiches gilt, wenn eine Mauer überwunden werden muss.
  3. Urheberrechtlich geschützte Werke
    Prüfen Sie, ob Ihr Foto urheberrechtlich geschützte Werke an prominenter Stelle zeigt. So unterliegen Skulpturen oder Plakate zwar keinem Recht am Bild der eigenen Sache, genießen aber ggf. den Schutz des Urheberrechts. Dies ist vor allem der Fall, wenn es sich dabei nicht um dauerhafte Installationen handelt.
  4. Abgebildete Personen
    Möchten Sie Fotos veröffentlichen, welche Menschen zeigen, benötigen Sie in der Regel deren Einverständnis. Eine Ausnahme von dieser Vorschrift besteht allerdings, wenn es sich bei den Personen ausschließlich um „Beiwerk“ handelt. Dies ergibt sich aus § 23 Abs. 1 KunstUrhG.
Achtung! Fotos von Panzern, militärischen Einrichtungen oder militärischen Vorgängen sind gemäß § 109g Strafgesetzbuch (StGB) untersagt. Diese Vorschrift kann als eine Art Recht am Bild der eigenen Sache verstanden werden und dient dem Schutz der Bundesrepublik. Bei einem Verstoß droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Recht am Bild der eigenen Sache – kurz und kompakt

Ein Recht am Bild der eigenen Sache existiert in Deutschland in der Regel nicht. Es ist somit grundsätzlich zulässig, von öffentlichen Orten fremde Gebäude, Fahrzeuge oder auch Haus- und Nutztiere abzulichten. In den meisten Fällen ist zudem auch eine Veröffentlichung ohne das Einverständnis des Eigentümers zulässig.

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5 thoughts on “Recht am Bild der eigenen Sache: Existiert dieses in Deutschland?

  1. Thomas

    Es gibt auch kein Recht, eine Person ohne deren Einverständnis zu fotografieren. Ausnahmen gibt es bei Demonstrationen. Hier werden jedoch Übersichtsfotos gemacht. Schnell kann sich jemand dabei in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt fühlen. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wo das Recht am eigenen Bild nicht mehr zieht. Fahndungsfotos etwa.

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  2. Christian

    Hallo, bei uns wurde unser Technik im Einsatz fotografiert und ein Bild auf der Titelseite der Lokalzeitung mit einem für uns negativ Bericht in Zusammenhang gebracht. Was eigentlich unseren Kunden betrifft und nicht uns, da wir nur Dienstleister sind und auch kein Rechtsbruch vor liegt. Nun sprechen uns unsere anderen Kunden darauf an und sind überall im focus. Können wir uns da gegen wären und Schadensersatz einfordern.

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    1. urheberrecht.de Post author

      Hallo Christian,
      eine pauschale Einschätzung ist uns nicht möglich. Wenden Sie sich daher für eine Einschätzung an einen Anwalt.

      Ihr Team von urheberrecht.de

      Reply
  3. Böttcher

    Hallo. Ich besitze ein Haus was unter Denkmalschutz steht. Mein Haus ziert jetzt eine Schokoladen Verpackung. Die geschah ohne mein Wissen. Ist das gestattet?

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    1. urheberrecht.de Post author

      Hallo Böttcher,
      wir dürfen keine kostenlose Rechtsberatung geben. Wenden Sie sich daher für eine Einschätzung an einen Anwalt für Urheberrecht.

      Ihr Team von urheberrecht.de

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