BVMI: Musik-Streaming überholt erstmals CD-Verkäufe

News | 19. Juli 2018
Wer in den 1980er und 1990er Jahren aufgewachsen ist, für den sind sie nicht wegzudenken: Musik-CDs. Trotz jahrelanger Popularität gehen die Verkäufe konstant zurück. Zahlen des ersten Halbjahres belegen jetzt: In Deutschland haben die Ausgaben für Musik-Streaming die des CD-Verkaufs erstmals überholt.

Wendepunkt in der Geschichte von Tonträgern

Laut Daten des BVMI hat Audio-Streaming den CD-Kauf erstmals überholt

Laut Daten des BVMI hat Audio-Streaming den CD-Kauf erstmals überholt

Der Bundesverband Musikindustrie, kurz BVMI, hat kürzlich seinen ersten Halbjahresreport für 2018 vorgelegt.

Aus diesem sticht vor allem eine Erkenntnis hervor: Erstmals wurde in Deutschland mehr Geld für Audio-Streaming als für CD-Käufe ausgegeben. Digitale Dienste machen nun den Großteil des Handels mit Musik aus.

Die wichtigsten Fakten:

  • der Gesamtumsatz in der ersten Hälfte des Jahres von 727 Millionen Euro teilt sich in 58,9 Prozent Digitalgeschäft und 41,1 Prozent physische Tonträger auf
  • von 58,9 Prozent digitales Geschäft fallen ganze 47,8 Prozent auf Audio-Streaming-Dienste
  • von den 41,1 Prozent physischen Tonträgern entsprechen 34,4 Prozent CD-Alben, welche damit als größtes Umsatzsegment abgelöst wurden

Mit dem Trend kommen auch juristische Konsequenzen

Dass die Inanspruchnahme von Musik-Streaming die klassische CD überholt, ist im Grunde genommen keine Überraschung. Dennoch gehen mit diesen nachweisbaren Verlagerungen von Konsumverhalten auch rechtliche Fragen einher. So betont auch Dr. Florian Drücke, der Vorstandsvorsitzende des BVMI:

[…] Damit nimmt die Dringlichkeit zu, rechtliche Klarheit für den digitalen Lizenzhandel zu erhalten; das Lizenzgeschäft ist das Lebenselixier der Kultur- und Kreativwirtschaft, im digitalen Zeitalter in besonderem Maß. […]

Da Streaming nun den CD-Verkauf abgelöst hat, wird eine Aktualisierung der Gesetzeslage nötig

Da Streaming nun den CD-Verkauf abgelöst hat, wird eine Aktualisierung der Gesetzeslage nötig

Weiterhin plädiert er, dass jetzt auch Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden müssen, um Urheberrechtsverletzungen – auch in der Musik – schon beim Hochladen vorzubeugen. Da Streaming nun die CD offiziell überholt hat und dieser Trend voraussichtlich anhalten wird, müsse sich auch die der Erwerb von Lizenzen neu ordnen.

Der Gesetzesvorschlag für eine entsprechende Reform des Urheberrechtes auf Europaebene wurde erst kürzlich vom EU-Parlament gestoppt, weitere Verhandlungen sind auf September vertagt.

Vorher gab es breite Proteste gegen die Entwürfe, vor allem gegen sogenannte Uploadfilter: Diese sollen die Verbreitung von Raubkopien und Ähnlichem verhindern, indem die Plattformbetreiber schon beim Hochladen eine automatisierte Überprüfung gewährleisten sollen. Gegner fürchteten unnötige Zensuren – ähnlich denen, welche die Einführung des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes in der Anfangszeit nach sich zog.

Bildnachweise: Fotolia.com/md3d

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