Amazon wurde Patent auf auditive Krankheitserkennung erteilt

News | 17. Oktober 2018
Letztes Jahr hat Amazon ein Patent angemeldet, welches nun offiziell erteilt wurde. Durch dieses soll es dem Sprachssistenten Alexa möglich sein, Krankheitssymptome zu identifizieren und Nutzern direkt passende Arznei vorzuschlagen. Die Frage nach der tatsächlichen Umsetzung ist jedoch noch nicht geklärt.

So soll das neue Feature funktionieren

Nach einem Antrag im letzten Jahr hat Amazon das Patent auf einen Gesundheitsassistenten erhalten

Nach einem Antrag im letzten Jahr hat Amazon das Patent auf einen Gesundheitsassistenten erhalten

Das Prinzip ist denkbar einfach: Anhand der Stimmlage soll es Alexa demnächst möglich sein, Krankheiten zu erkennen und direkt passende Produktvorschläge zu liefern – auch dann, wenn der Nutzer nicht explizit danach gefragt hat.

In dem Amazon-Patent ist dies anhand einer hustenden Frau dargestellt, der Alexa Hühnersuppe und Hustenbonbons empfiehlt – sogar mit abschließendem Genesungswunsch.

Der Service ist jedoch nicht auf rein körperliches Unwohlsein beschränkt. Aus dem Dokument lässt sich schließen, dass die neue Funktion wie ein All-Around-Service für jegliche Beschwerden gedacht ist. Denn dort ist von einer

voice-based determination of physical and emotional characteristics of users (sprachbasierte Bestimmung der körperlichen und emotionalen Charakteristika eines Nutzers)

die Rede. Ob, wann und in welcher Ausführung diese Funktion serienmäßig auf allen Alexa-Geräten zu finden sein wird, ist zum momentanen Zeitpunkt noch nicht klar. So hat Amazon zu dem Patent und dessen Umsetzung bis dato noch keine Aussage gemacht.

Nützliche Funktion oder einfach nur Marketing?

Ob Amazon das Patent realisiert, bleibt abzuwarten - die Datenerhebung könnte jedoch zum Problem werden

Ob Amazon das Patent realisiert, bleibt abzuwarten – die Datenerhebung könnte jedoch zum Problem werden

Wie zuverlässig Alexa wirkliche Beschwerden “erkennt” oder nicht, ist fraglich – nicht jede Krankheit schlägt sich auf die Stimme nieder, und nicht immer bedeutet ein Hüsteln auch gleichzeitig Krankheit.

Abgesehen davon dürfte die tatsächliche Einführung, sofern diese denn kommt, auf einige Kritik stoßen.

Schon jetzt wird Amazon Echo mit dem integrierte Sprachassistent Alexa vorgeworfen, verhältnismäßig leicht hackbar zu sein. Zudem soll das Gerät eigentlich erst dann “zuhören”, wenn das Codewort “Alexa” fällt – auch hier haben sich in der Vergangenheit Lücken gezeigt. Denn das Gerät nahm mitunter auch heimlich Gespräche auf. Die Sprachbefehle werden in der Alexa-App gespeichert und können vom Nutzer auch gelöscht werden; ob diese Informationen jedoch wirklich weg sind, muss aufgrund der Datenskandale der vergangenen Jahre in Frage gestellt werden.

Weiterhin bleibt fraglich, wie gut dieses Angebot von Benutzern aufgenommen werden würde. Auch wenn Amazon in dem Patent eine Betonung auf das Wohlergehen des Kunden legt, ist der Dienst wohl vorrangig eine weitere Marketingstrategie.

Bildnachweise: fotolia.com/apops, fotolia.com/Cybrain

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