YouTuber muss hohes Bußgeld bezahlen – wegen angeblicher Schleichwerbung

News | 4. September 2018
Gerade für viele Teenager sind sie die neuen Superstars: YouTuber mit Lifestyle-Kanälen, deren Inhalte von einfachen Spaßvideos über Schminktutorials bis zu Popsongs reichen können. Aufgrund deren Reichweite werden die Internetberühmtheiten sehr häufig von Firmen unterstützt, um Werbung für diese zu machen. Das kann jedoch nach hinten losgehen: Jetzt wurde erneut ein bekannter YouTuber zu einem Bußgeld verurteilt.

Kennzeichnungspflicht wurde vernachlässigt

Die MA HSH hat einen YouTuber zu einem Bußgeld von 5.000 Euro verpflichtet

Die MA HSH hat einen YouTuber zu einem Bußgeld von 5.000 Euro verpflichtet

Betroffen war ein Video, in welchem das Auto des jungen Mannes durch eine Berliner Firma foliert wird. Im gesamten Beitrag bewertet dieser den Service als betont positiv; eine entsprechende Kennzeichnung, dass es sich um eine Werbepartnerschaft handle, fehlte jedoch.

Für die Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) war das ein Grund zur Beanstandung. Denn: Laut geltenden Gesetzen müsse dies als Dauerwerbesendung gekennzeichnet werden. Der Rundfunkstaatsvertrag (RStV) betrifft nämlich auch fernsehähnliche Formate. In dem betroffenen Paragraphen 7 des RStV heißt es in Abs. 5 Satz 2 zur Kennzeichnung von Dauerwerbesendungen:

Sie müssen zu Beginn als Dauerwerbesendung angekündigt und während ihres gesamten Verlaufs als solche gekennzeichnet werden.

Trotz mehrfacher Hinweise seitens der Medienanstalt unterließ es der Channelbetreiber, einen entsprechenden Vermerk einzufügen. Deshalb wurde gegen den YouTuber jetzt ein Bußgeld von 5.000 Euro wegen Schleichwerbung verhängt.

Influencer-Arbeit nach wie vor rechtlich strittig

Es ist nicht das erste Mal, dass einem YouTuber ein Bußgeld angeordnet wird

Es ist nicht das erste Mal, dass einem YouTuber ein Bußgeld angeordnet wird

Solche rechtlichen Auseinandersetzungen mit Internet-Stars sind hierzulande keine Seltenheit. Schon häufiger mussten YouTuber ein Bußgeld bezahlen, weil Sie Werbebeiträge nicht eindeutig als solche gekennzeichnet hatten.

Gerade beim sogenannten “Influencer-Marketing” werden Werbebotschaften häufig als authentischer, persönlicher Tipp des Darstellenden verbreitet.

Die Grenze zwischen einem Produkt als Requisite, unverbindlicher Kaufempfehlung und wirklicher Werbung verschwimmen bei diesen Darstellungen häufig.

Zudem hat sich die Popularität solcher Kanäle erst in jüngerer Zeit entwickelt; bis dato bestehen noch zahlreiche rechtliche Unsicherheiten, weshalb in Zukunft vermutlich noch viele solcher Rechtsstreite ausgefochten werden müssen.

Dass YouTuber zunehmend ein Bußgeld bezahlen müssen, hängt zwar häufig, aber nicht ausschließlich mit ungekennzeichneter Werbung zusammen. Strafen für Influencer drohen u. a. auch, wenn diese keine Rundfunklizenz besitzen. Nicht selten kommt es auch zu Auseinandersetzungen wegen Urheberrechtsverletzungen, weil geschützte Werke in Bild und Video unauthorisiert dargestellt werden.

Bildnachweise: fotolia.com/vector_master, fotolia.com/Luna Vandoorne

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