Recht am eigenen Bild: Können Kinder über Veröffentlichungen entscheiden?

Das eigene Kind spielt vergnügt mit Freunden im Sandkasten. Viele Eltern zücken in einem solchen Moment schnell ihr Handy und halten diesen Augenblick mit einem Schnappschuss fest, um ihn über die sozialen Medien mit Freunden und Verwandten zu teilen. Allerdings kann diese Aktion juristische Folgen haben, denn das Recht am eigenen Bild gilt für Kinder ebenso wie für Erwachsene.

Durch das Recht am eigenen Bild können Kinder über die Veröffentlichung ihrer Fotos mitentscheiden.

Durch das Recht am eigenen Bild können Kinder über die Veröffentlichung ihrer Fotos mitentscheiden.

Recht am eigenen Bild für Kinder – kurz und kompakt

Dass Bilder, auf welchen eindeutig Personen zu identifizieren sind, nur mit deren Einverständnis veröffentlicht werden dürfen, ergibt sich aus dem Recht am eigenen Bild. Zeigen diese Kinder, schreibt der Gesetzgeber hingegen die Einwilligung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten vor.

Welche Gesetze gelten beim Recht am eigenen Bild bezogen auf Kinder?

Benötigen Sie eine Fotoerlaubnis um Kinder abzulichten?

Benötigen Sie eine Fotoerlaubnis um Kinder abzulichten?

Grundsätzlich gibt das Recht am eigenen Bild – sowohl für Kinder als auch Erwachsene – der auf einem Foto abgebildeten Person die Befugnis, darüber zu entscheiden, ob und in welcher Weise das Bildnis veröffentlicht oder verbreitet werden darf.

Bei der in § 22 Kunsturhebergesetz (KunstUrhG bzw. KUG) definierten Vorschrift handelt es sich um einen wichtigen Bestandteil der allgemeinen Persönlichkeitsrechte. Diese sollen gewährleisten, dass jeder seine Persönlichkeit frei entfalten kann und vor möglichen Eingriffen in die Lebens- und Freiheitsbereiche schützen.

Wichtig! Das Recht am eigenen Bild behält für Kinder und Erwachsene nicht nur während ihrer Lebzeiten Gültigkeit. Denn das Kunsturhebergesetz gilt für zehn Jahre auch über den Tod der auf den Bildnissen abgebildeten Personen hinaus.

Wer entscheidet über das Recht am Bild für Kinder?

Recht am einen Bild für Kinder: Erklärt bzw. abgetreten wird dieses abhängig vom Alter vor allem durch die Eltern.

Recht am einen Bild für Kinder: Erklärt bzw. abgetreten wird dieses abhängig vom Alter vor allem durch die Eltern.

Prinzipiell liegt die Entscheidungsgewalt über die Verbreitung und Zurschaustellung von Fotos bei den abgebildeten Personen. Allerdings gestaltet sich das Recht am eigenen Bild für Kinder in diesen Punkt etwas schwierig, denn häufig fehlt gerade den Jüngeren die Weitsicht, um einschätzen zu können, welche Auswirkungen Bildnisse haben können.

Aus diesem Grund entscheiden bis zu einem Alter von sieben Jahren ausschließlich die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten darüber, ob bei einer Aufnahme eine Veröffentlichung erfolgen darf. Dies schließt insbesondere die Verbreitung in sozialen Medien oder über Nachrichtendienste wie WhatsApp mit ein.

Befinden sich die abgebildeten Personen im Alter zwischen acht und siebzehn Jahren, teilen sich beim Recht am eigenen Bild Kinder und Eltern die Entscheidungsgewalt. Es müssen somit beide Parteien mit der Veröffentlichung einverstanden sein.

Um einen Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild für Kinder und einen späteren Rechtsstreit samt möglicher Abmahnung oder Klage zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, eine entsprechende Einverständniserklärung zu verlangen bzw. abzugeben. Achten Sie dabei darauf, zu welchen Verwendungszwecken Sie dabei im Einzelnen Ihr Einverständnis geben.

Zusammenfassung – FAQ zum Recht am eigenen Bild für Kinder

Frage 1: Wie gestaltet sich das Recht am eigenen Bild im Kindergarten?

Entstehen im Kita-Alltag Fotos bzw. sollen in Zukunft solche entstehen, müssen die Verantwortlichen vor einer Verbreitung oder Zurschaustellung die Einwilligung der Erziehungsberechtigten einholen. Erst nach der Unterzeichnung einer entsprechenden Einverständniserklärung durch die Eltern sollten Sie Fotos vom Kindergarten veröffentlichen.

Frage 2: Entfällt das Recht am eigenen Bild in der Schule, wenn Lehrer oder andere Schüler von der Klasse Gruppenbilder anfertigen?

Gruppenbilder mit fünf oder zehn Personen erfüllen nicht automatisch die Kriterien für eine Ausnahme zum Recht am eigenen Bild. Sollen Kinder also zum Beispiel auf einem Ausflug fotografiert werden, sollten die Verantwortlichen zuvor eine Einverständniserklärung der Eltern für Fotos in der Schule einholen, bevor eine Veröffentlichung oder Verbreitung erfolgt.

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3 thoughts on “Recht am eigenen Bild: Können Kinder über Veröffentlichungen entscheiden?

  1. Anja S.

    Ich habe das hier nachgeschlagen, weil mich die Frage schon seit einer ganzen Weile interessiert. Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Eltern einfach ungefragt das halbe Leben ihrere Kinder – also zT auch Situationen in den ein Kind weint, trotzt oä – einfach so ins Netz stellen. Und gerade kleine Kinder können sich nicht schützen. Leider kann man aber offenbar nichts dagegen tun, das ist ein bisschen Schade.

    Reply
  2. André

    Danke für die übersichtlichen Informationen! Ich finde hier leider keine Angabe wann der Beitrag geschrieben wurde. Ist er heute (DSGVO) noch aktuell?

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    1. urheberrecht.de Post author

      Hallo André,
      unabhängig von der DSGVO war das Fotografieren von Personen bereits durch das Kunsturhebergesetz erblaubnispflichtig. Daran hat sich nichts geändert.

      Ihr Team von urheberrecht.de

      Reply

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