Illegales Filmen in Kinos laut MPAA allgemein rückläufig

News von urheberrecht.de, veröffentlicht am 11. April 2018

Auch der unbescholtenste Mediennutzer hat mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal – wissentlich oder unwissentlich – die unauthorisierte Kopie eines Werkes per Online-Streaming aufgerufen. Gerade bei Kinofilmen enstehen diese häufig durch illegales Filmen im Kinosaal, um dann eine mitgeschnittene Version in Umlauf zu bringen. Diese Praxis scheint jedoch zurückzugehen, wie Zahlen aus den USA belegen.

Letztes Jahr tendenziell weniger Mitschnitte in Kinos

Die MPAA gibt an: Weniger Raubkopien durch illegales Filmen im Jahr 2017

Die MPAA gibt an: Weniger Raubkopien durch illegales Filmen im Jahr 2017

Zahlen der Motion Picture Association of America (MPAA) zum letzten Jahr zeigen, dass die Filmpiraterie durch Abfilmen in Kinosälen global zurückgegangen sei – dies gilt zumindest für amerikanische Blockbuster.

Im Jahr 2017 wurden 447 Versionen von Filmen gefunden, welche von beteiligten Studios der MPAA stammen und durch solches illegales Filmen in Kinos entstanden sind. Im Vergleich zu 2016 waren dies noch 503 Raubkopien, was einen Rückgang von etwa 11 % bedeutet.

Dennoch ist diese Entwicklung nicht überall zu vermerken. Nebst anderen Ländern zeigt Russland einen deutlichen Anstieg, was illegales Filmen in Kinos angeht. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren sei dort die Anzahl der Raubkopien, welche durch Mitschneiden in Kinos entstehen, um satte 200 % gestiegen.

Mögliche Gründe für diesen rückläufigen Trend

Diese Entwicklung kann auf verschiedene Ursachen zurück geführt werden:

    • Große Anzahl von Streaming-Diensten: Mittlerweile gibt es einen recht großen Markt an bezahlbaren Streamingangeboten, welche neben Serien auch zunehmend Kinofilme mit ins Programm nehmen.
    • Effekte des vorgeführtes Filmes: Nicht alles, was auf eine Kinoleinwand projiziert wird, kann ohne Probleme abgefilmt werden. Handelt es sich um einen Film in 3D, ergibt ein Mitschneiden wenig Sinn – die Kamera würde schließlich nur verschwommene bzw. gesplittete Gegenstände abbilden.
Raubkopien durch illegales Filmen gehen wohl auch wegen des zunehmend guten Streamingangebots zurück

Raubkopien durch illegales Filmen gehen wohl auch wegen des zunehmend guten Streamingangebots zurück

  • Immer strengeres Vorgehen gegen Filesharing: Oftmals ist die Gesetzeslage noch unklar, was das Aufrufen solcher Mitschnitte angeht – auch wenn diese offensichtlich durch illegales Filmen entstanden ist. Doch zunehmend wird die bisherige Grauzone als eindeutige Verletzung des Urheberrechtes deklariert und dementsprechend auch geahndet.Hierzulande gilt das richtungsweisende Urteil des Europäischen Gerichtshofes (Aktenzeichen C-527/15), welches auch das bloße Aufrufen solcher Dateien als illegal erklärt hat.
  • Schlechte Qualität der Kopien: Wackelnde Kameras, miese Lichtverhältnisse, Gelächter des Publikums – mitgeschnittene Filme aus dem Kinosaal sind in der Regel nicht gerade für ihre gute Qualität bekannt. Das schreckt viele Zuschauer ab und nimmt die Lust am Sehen.
Dennoch: Illegales (Ab-)Filmen mag zwar zurückgegangen sein, doch dürfte Filmpiraterie allgemein nach wie vor in großem Maße präsent – und das auch weltweit.

Bildnachweise: © Fotolia.com/ destina, © Fotolia.com/ ake1150

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