Fälschungen schaden dem EU-Binnenmarkt: Jährliche Gewinneinbußen in Milliardenhöhe

News von urheberrecht.de, veröffentlicht am 7. Juni 2018

Markenmissbrauch, Raubkopien und Fälschungen kosten den EU-Binnenmarkt jedes Jahr Milliarden und schädigen damit die legale Wirtschaft. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) dokumentiert diese organisierten Verstöße gegen das Urheberrecht und gab nun seinen aktuellen Bericht heraus.

Imitate aus dem Ausland

Fälschungen in der EU gibt es in vielen Branchen; die Mode ist besonders betroffen.

Fälschungen in der EU gibt es in vielen Branchen; die Mode ist besonders betroffen.

Besonders Taschen, Uhren, Jacken und Tabakprodukte sind häufig zu findende Fälschungen in der EU. Dabei sind es nicht nur die wirtschaftlichen Schäden, mit denen dieser Schwarzmarkt der Gesellschaft schadet. Häufig sind die Nachbildungen billig produziert und können daher in manchen Fällen ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Allergische Reaktionen auf billige Materialien bei Textilien und gesundheitsschädliche Beimischungen bei den Tabakprodukten sind nur zwei der Gefahren, die von Fälschungen in der EU ausgehen. Technische Geräte, besonders Spielgeräte, werden nicht selten billig nachproduziert. Im schlimmsten Fall bedeutet das einen explosionsgefährdeten Akku oder das Versagen von anderen wichtigen Teilen.

Fälschungen auch aus EU-Ländern

Bisher lagen die Hochburgen der Fälschung im EU-Ausland. Doch jetzt haben die Beobachter ein neues Ursprungsland für gefälschte Markenprodukte entdeckt.

Zu den Top-Exporteuren zählten bisher:

  • China
  • Hongkong
  • Türkei
  • Saudi-Arabien

Über Routen durch Albanien, Marokko und die Ukraine werden die Fälschungen in die EU gebracht. Die wirtschaftliche und soziale Situation in Griechenland hat in der jüngsten Vergangenheit zu einer gesellschaftlichen Zerrüttung geführt. Die grassierende Arbeitslosigkeit vor allem bei Jugendlichen begünstigt die Umstände, die zu einer kriminellen Karriere zwingen. So hat sich die Mittelmeernation zu einem der führenden Hersteller für gefälschte Markenprodukte entwickelt.

Fälschungen schaden dem EU-Binnenmarkt

Auf verschiedenen Routen gelangen Fälschungen in die EU.

Auf verschiedenen Routen gelangen Fälschungen in die EU.

Die prognostizierten wirtschaftlichen Einbußen belaufen sich auf 60 Milliarden Euro. Ließe sich dieser Schaden durch Fälschungen direkt auf EU-Bürger übertragen, würde jeder im Jahr auf etwa 116 Euro verzichten müssen.

Experten sehen die geringe gesellschaftliche Ächtung von Diebstahl geistigen Eigentums als begünstigenden Umstand. Dadurch werden die Vergehen seltener angezeigt und können auch nur schwer verfolgt werden.

Die Netzwerke, die notwendig sind, um den Handel mit Fälschungen in der EU lukrativ zu gestalten, sind enorm. Kriminelle Organisationen, die beinahe so professionalisiert arbeiten wie die formelle Wirtschaft, dominieren dieses Geschäftsfeld ungeachtet nationaler und rechtlicher Grenzen.

Bildnachweis: depositphotos.com/ SamAronov; istockimages.com/ yuri4u80

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