Die Reform bezüglich dem Urheberrecht in der EU

News | 12. September 2018
Heute wurde die Reform vom Urheberrecht in der EU beschlossen. Nach langen Debatten und den Beschlüssen zu mehreren Änderungen stimmte eine breite Mehrheit (438 zu 226 Stimmen) für den Beschluss. Damit ist die Änderung beschlossen, in der die Kritiker das Ende des freien Internets und die Befürworter eine Chance auf angemessen Behandlung und Entschädigung der Urheber sehen.

Beschlossene Reform: Das Urheberrecht wird EU-weit angepasst

Die Reform zum Urheberrecht in der EU wurde heute beschlossen.

Die Reform zum Urheberrecht in der EU wurde heute beschlossen.

Die Pläne zur Reform für das Urheberrecht wurden vom EU-Parlament heute in der Plenarsitzung beschlossen. Neben anderen wichtigen Punkten, die in der Sitzung besprochen und abgestimmt wurden, handelte es sich dabei um einen der thematischen Höhepunkte der Versammlung. So ist davon auszugehen, dass viele Augen heute auf die Sitzung in Strasbourg gerichtet waren. Zentrale Punkte waren dabei:

  • Verwendung von Pressetextteilen in der Online-Vorschau
  • Schutz kreativer Leistungen vor unrechtmäßiger Verwertung

Doch was kommt nun, nachdem der langbefürchtete Beschluss gefasst worden ist? Die Schlagworte, die viele fürchten, sind Leistungsschutzrecht und Upload-Filter. Aber was bedeuten diese konkret für den Nutzer?

Die Reform zum Urheberrecht wurde im Parlament der EU lange diskutiert.

Die Reform zum Urheberrecht wurde im Parlament der EU lange diskutiert.

Zu befürchten ist durch die Reform vom Urheberrecht in der EU eine Veränderung der Suchmöglichkeiten für Nachrichten.

Denn der sogenannte Snippet (also die von den Suchmaschinen angezeigte Kurzvorschau auf den Inhalt) stellt auch schon einen urheberrechtlich geschützten Teil des Werkes dar.

Ob es sich dabei um ein Gedicht, ein Lied, einen Roman oder eine Nachricht handelt, ist dabei unerheblich.

Leistungsschutzrecht: (vereinfacht) Jeder Urheber soll bei gewinnbringender (gewerblicher) Nutzung eine angemessen Entschädigung angeboten bekommen.
Upload-Filter: Rechtssicherheit für Uploader und Rechteinhaber soll hergestellt werden, bevor ein Inhalt “online geht”.

Mögliche negative Folgen

Kritiker fürchten, dass dadurch viele wichtige Freiheiten im Internet wegfallen. Wenn die Plattformen wie befürchtet reagieren, ist damit zu rechnen, dass sie ihr Angebot einfach einstellen und die Nachrichten nicht mehr in der Suche verfügbar sein werden. Welche Folgen das für die Verlage haben kann, lässt sich nur schwer abschätzen.

Auch die in der Reform für das Urheberrecht der EU erwähnten Upload-Filter werden damit eine wahrscheinliche Konsequenz sein. So soll die Rechtssicherheit für alle Beteiligten sichergestellt werden. Dass dadurch das Löschungsparadox (zur Sicherheit lieber mehr löschen als zu wenig) befördert wird, fand in den Besprechungen auch Erwähnung.

Welche Folgen es genau geben wird, werden die nationalen Umsetzungen der Reform zeigen.

Bildnachweis: istockphoto.com/ yuri4u80

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