Wie sieht eine korrekte Quellenangabe aus?

Bachelor-, Diplom- oder Doktorarbeiten sind in der Regel mit einem enormen Aufwand verbunden. Neben der forscherischen Tätigkeit verlangen die Abhandlungen auch eine korrekte, wissenschaftliche Arbeitsweise. Dies beinhaltet unter anderem eine korrekte Quellenangabe. Führen Zeitdruck oder Unachtsamkeit dazu, dass Studenten oder Wissenschaftler Quellen nicht richtig angeben, kann dies schnell zum Plagiatsvorwurf führen.

Die Quellenangabe erfolgt bei wissenschaftlichen Arbeiten sowohl im Literaturverzeichnis als auch in Fußnoten.

Die Quellenangabe erfolgt bei wissenschaftlichen Arbeiten sowohl im Literaturverzeichnis als auch in Fußnoten.

Quellenangabe – kurz und kompakt

Eine Quellenangabe gibt Auskunft über den Ursprung eines Werkes. Von besonderer Bedeutung ist die Angabe von Quellen bei wissenschaftlichen Arbeiten. Werden fremde Werke ohne Quellenangabe genutzt, liegt eine Urheberrechtsverletzung vor, die meist eine Abmahnung nach sich zieht.

Die Rechte der Urheber

Was ist richtig? Die Quellenangaben sollten Sie sorgfältig erstellen und dabei die Vorgaben der jeweiligen Lehranstalt beachten.

Was ist richtig? Die Quellenangaben sollten Sie sorgfältig erstellen und dabei die Vorgaben der jeweiligen Lehranstalt beachten.

Texte und Bilder unterliegen nicht selten dem Urheberrecht. Voraussetzung dafür ist unter anderem eine persönlich-geistige Schöpfung und das Erreichen einer gewissen Gestaltungshöhe.

Solche urheberrechtlichen Werke stehen durch das Urheberrechtsgesetz (UrhG) unter einem besonderen Schutz, der sich aus der besonderen Beziehung von Schöpfer und Werk ergibt.

So erlaubt das Urheberrecht nur dem Schöpfer des Werkes, über dessen Veröffentlichung oder Vervielfältigung zu bestimmen und sichert ihm die Nennung als Urheber zu. Diese Privilegien kann der Urheber nicht vollständig auf Dritte übertragen, denn beim Urheberrecht handelt es sich um ein ausschließliches Recht.

Eine Übertragung der Rechte ist erst durch den Tod des Schöpfers möglich, denn das Urheberrecht kann vererbt werden. Allerdings erlischt das Recht 70 Jahre nachdem der Urheber verstorben ist.

Die Rechte eines Schöpfers sind aber nicht unbegrenzt, sondern werden unter bestimmten Voraussetzungen durch die Schranken des Urheberrechts beschnitten. Diese erlauben unter anderem die Nutzung von Werken für den Schulunterricht, für Pressespiegel oder in Zitaten.

Wann darf zitiert werden?

Zusätzlich zu den Quellenangaben muss auch im Text ein Zitat erkennbar sein. Dafür werden diese zum Beispiel kursiv dargestellt.

Zusätzlich zu den Quellenangaben muss auch im Text ein Zitat erkennbar sein. Dafür werden diese zum Beispiel kursiv dargestellt.

Bei einem Zitat handelt es sich meist um eine wörtlich übernommene Textstelle, aber auch andere Werkarten – wie Bilder oder Musik – können als solches verwendet werden.

Zitate zählen zu den Schranken des Urheberrechts, weshalb es unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, Werke oder ihre Teile zu verwenden, ohne das dafür die Erlaubnis des Urhebers notwendig ist. Zudem entfällt in der Regel auch die Zahlung einer Vergütung.

Damit gemäß § 51 UrhG die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines Werkes durch ein Zitat zulässig ist, muss die Verwendung der kulturelle oder wissenschaftlichen Weiterentwicklung dienen. Zudem ist das Zitieren nur in Schöpfungen zulässig, die auch unter den Schutz des Urheberrechts fallen.

Das UrhG schreibt außerdem vor, dass Zitate mit einer Quellenangabe zu versehen sind und einem Änderungsverbot unterliegen, welches allerdings Kürzungen erlaubt, die den Sinn des Werkes nicht entstellen.

Zitate müssen immer einen bestimmten Zweck dienen und müssen mit der eigenen Leistung in Verbindung stehen. Eine Möglichkeit dafür ist zum Beispiel eine Erörterung. Die Zitatlänge muss zudem im Verhältnis zum Zweck stehen, ein Text darf dadurch also nicht sinnlos in die Länge gezogen werden.

Gesetzliche Regelungen zur Quellenangabe

Wie zuvor bereits erwähnt, müssen Zitate – also die Verwendung fremder Schöpfungen – mit einer Quellenangabe versehen werden. Was diese beinhalten muss, gibt § 63 UrhG an:

Wenn ein Werk oder ein Teil eines Werkes […] vervielfältigt wird, ist stets die Quelle deutlich anzugeben. Bei der Vervielfältigung ganzer Sprachwerke oder ganzer Werke der Musik ist neben dem Urheber auch der Verlag anzugeben, in dem das Werk erschienen ist, und außerdem kenntlich zu machen, ob an dem Werk Kürzungen oder andere Änderungen vorgenommen worden sind. Die Verpflichtung zur Quellenangabe entfällt, wenn die Quelle weder auf dem benutzten Werkstück oder bei der benutzten Werkwiedergabe genannt noch dem zur Vervielfältigung Befugten anderweit bekannt ist.

Wird gemäß dem Urheberrecht die Quellenangabe richtig verzeichnet, können Leser, Zuhörer oder Zuschauer ggf. das ursprüngliche Werk finden und sich eine eigene Meinung dazu bilden.

Urheberrecht: Welche Kriterien muss eine Quellenangabe erfüllen?

Damit nach dem Urheberrecht Literaturangaben als richtig und damit zulässig gelten, müssen diese sowohl beim Inhalt als auch bei der Gestaltung bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Bei Literatur muss die Quellenangabe zumindest aus dem Namen des zitierten Urhebers und dem Titel des Werkes bestehen
  • Literaturangaben dürfen nicht versteckt werden. Der Nachweis muss dabei im Verhältnis zur Darstellung sein, eine zu kleine Schriftgröße würde beispielsweise eine Urheberrechtsverletzung darstellen.
  • Eine Quellenangabe muss eindeutig zum entsprechenden Inhalt zuordenbar sein.
  • Das Zitat muss optisch vom eigenen Text abgegrenzt werden. Meist wird der Fremdtext kursiv dargestellt.
  • Eine Quelle darf nur dann als „unbekannt“ gekennzeichnet werden, wenn alle praktikablen Wege der Informationsbeschaffung erschöpft sind.
Das Urheberrecht begrenzt die Informationen bei der Quellenangabe auf ein Minimum. So sind unter anderem Verlagsname, ISBN, Herausgeber und Erscheinungsjahr nicht grundsätzlich notwendig. Ebenso kann bei der Quellenangabe von Internetseiten auf das Datum des Zugriffs verzichtet werden.

Quellenangabe in der Wissenschaft

In wissenschaftlichen Arbeiten wird die Quellenangabe häufig durch Fußnoten ergänzt.

In wissenschaftlichen Arbeiten wird die Quellenangabe häufig durch Fußnoten ergänzt.

Literaturangaben und der Nachweis von fremden geistigen Eigentum sind in der Wissenschaft eine wichtige Thematik. Ersichtlich wird die Bedeutung der Quellenangabe zum Beispiel anhand der Plagiatsaffären der ehemaligen Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Annette Schavan. Beide büßten aufgrund von falschen Quellenangaben sowohl ihre Doktortitel als auch ihre Ämter ein.

Trotz dieser Brisanz existiert kein generell gültiges Muster bei der Quellenangabe für eine wissenschaftliche Arbeit. Viele Institute, Hochschulen und wissenschaftliche Verlage haben deshalb eigene Vorgaben und Richtlinien für die Literaturangaben entwickelt. Aus diesem Grund kann selbst innerhalb einer Universität die Art der Quellenangabe bei Facharbeit, Diplomarbeit, Doktorarbeit, Bachlorarbeit oder Masterarbeit variieren.

Wie sich die Quellenangabe bei verschiedenen Werkarten oder Medien unterscheiden kann, wird aus den nachfolgenden Beispiele ersichtlich. Bedenken Sie dabei, dass jede Quellenangabe nur ein Muster ist und ggf. nicht den Vorschriften Ihrer Lehreinrichtung oder Ihres Arbeitgebers entspricht. Informieren Sie sich deshalb frühzeitig bei den zuständigen Stellen.

Wie sieht eine richtige Quellenangabe aus?

Der Aufbau bzw. die Informationen einer Quellenangabe werden unter anderem durch das jeweilige Medium beeinflusst, weshalb dieses für jede Quelle bestimmt werden muss. In der Regel wird dabei zwischen Büchern, Zeitungen und Zeitschriften, Bildern sowie Internetquellen unterschieden.

Quellenangabe beim Buch

Bei der Quellenangaben von Büchern werden neben dem Namen des Autors, dem Titel und dem Verlag in der Regel auch das Erscheinungsjahr und die Auflage erwartet. Um das Zitat im ursprünglichen Werk leichter zu finden, wird zudem die entsprechende Seitenzahl vermerkt.

Die Quellenangabe für ein Buch kann zum Beispiel wie folgt aussehen:

Nachname des Autors, Vorname des Autors: Titel des Werkes. Auflage. Verlagsort: Verlag Erscheinungsjahr.

Sind mehrere Aufsätze in einem Sammelband zusammengefasst, wird für ein solches Buch die Quellenangabe mit dem Herausgeber und den Angaben zum jeweiligen Aufsatz ergänzt. Dazu zählen neben Autor und Titel meist auch die Seitenzahlen, unter denen der Aufsatz zu finden ist.

Nachname des Autors, Vorname des Autors: Titel des Aufsatzes. In: Titel des Sammelwerkes. Herausgegeben von Vor- und Nachname des Herausgebers. Auflage. Verlagsort: Verlag Erscheidungsjahr, Seitenzahlen.

Quellenangabe bei Zeitschrift und Zeitung

Bei der Quellenangabe für einen Zeitungsartikel ist unbedingt das Datum zu vermerken.

Bei der Quellenangabe für einen Zeitungsartikel ist unbedingt das Datum zu vermerken.

Bei Zeitschriften und Zeitungen handelt es sich um sogenannte Periodika, also Publikationen die regelmäßig erscheinen. Deshalb sollte die Quellenangabe bei einem Zeitungsartikel auch das genaue Erscheinungsdatum und der Seitenbereich angeführt werden.

Bei einer Zeitschrift beinhaltet die Quellenangabe zudem auch die jeweilge Heftnummer, damit es Außenstehenden möglich ist, den Aufsatz oder Artikel aufzufinden. Bei wissenschaftlichen Arbeiten kann es außerdem sinnvoll sein, eine Kopie des Artikel zu erstellen, die der Autor bei seinen Unterlagen verwahrt.

Nachname des Autors, Vorname des Autors: Titel des Beitrags. In: Titel des Periodikums Heftnummer vom Datum, Seitenbereich.

Quellenangabe bei Bildern

Die Quellenangabe bei Bildern sollte auf jeden Fall den Namen des Künstlers enthalten.

Die Quellenangabe bei Bildern sollte auf jeden Fall den Namen des Künstlers enthalten.

Bei Abbildungen in einer Diplomarbeit ist eine Quellenangabe notwendig. Ein Vermerk ist sogar dann ratsam, wenn es sich dabei um eine eigene Darstellung handelt. Im Aufbau orientiert sich die Angabe einer Bildquelle an der formalen Vorgaben bei Büchern.

Die Quellenangabe wird dabei allerdings an die Art der Darstellung angepasst und enthält zum Beispiel Informationen wie den Names des Künstlers, den Ausstellungort bzw. das Buch, in welchem sich die Abbildung befindet und das Entstehungsjahr.

Ist eine Abbildung für die wissenschaftlich Arbeit von großer Bedeutung, ist es unter Umständen sinnvoll, für dieses eine sogenannte Transkription anzufertigen und diese der Arbeit beizulegen. Bei einer Transkription handelt es sich um die Übertragung von Inhalten in eine schriftliche Form. Ein solches Vorgehen kann zudem bei Filmwerken angebracht sein.

Nachname des Künstlers, Vorname des Künstlers: Titel des Bildes. In: Titel des Buches. Herausgegeben von Vor- und Nachname des Herausgebers. Auflage. Verlagsort: Verlag Erscheidungsjahr, Seitenzahlen.

oder

Nachname des Künstlers, Vorname des Künstlers: Titel des Bildes. Ort des Museums: Name des Museums Zeitraum der Ausstellung.

Die richtige Quellenangabe aus dem Internet

Bei Zitaten aus dem Internet sollten Quellenangaben eine URL enthalten.

Bei Zitaten aus dem Internet sollten Quellenangaben eine URL enthalten.

Auch bei der Angabe von Internetquellen bleiben die genannten Vorgaben bestehen. Neben dem Autor und dem Werktitel sollten bei Zitaten aus dem Internet aber auch Informationen enthalten sein, die das Wiederfinden der Webseite ermöglichen.

Dabei handelt es sich in der Regel um Angaben zur Webseite bzw. dessen Betreibern sowie die vollständige URL (Uniform Resource Locator) und das Datum des Zugriffs. Außerdem sollte, wenn möglich, auch das Erstellungsdatum des jeweiligen Inhaltes angegeben werden.

Name des Autors, Vorname des Autors: Titel des Werkes. In: Titel der Webseite. Erstellungsdatum. URL [Zugriffsdatum.]
Wichtig! Webseiten müssen nicht grundsätzlich fundierte Informationen enthalten. Aus diesem Grund sollten Sie die jeweilige Quelle umfassend begutachten und bezüglich ihrer Qualität einschätzen. Wikipedia wird zum Beispiel von vielen Hochschulen nicht als Beleg anerkannt, da hier meist keine Qualitätssicherung zu gewährleisten ist.

Können fehlende oder fehlerhafte Quellenangaben Konsequenzen haben?

Beinhaltet eine Facharbeit keine Quellenangabe, kann eine Abmahnung drohen.

Beinhaltet eine Facharbeit keine Quellenangabe, kann eine Abmahnung drohen.

Werden die urheberrechtlichen Vorschriften zu Zitat und Quellenangabe nicht beachtet, kann dies tatsächlich rechtliche Folgen haben, denn dabei handelt es sich um eine Urheberrechtsverletzung. Diese zieht in der Regel eine Abmahnung nach sich.

Dabei handelt es sich um eine außergerichtliche Maßnahme zur Prozessvermeidung, die meist mit einer Unterlassungserklärung einhergeht.

Eine Abmahnung beinhaltet normalerweise eine Vertragsstrafe, die bei einem erneuten Verstoß gegen das Urheberrecht fällig wird, Schadensersatz für die Übernahme des fremden Werkes und die Nichtnennung des Urhebers sowie die Kosten für den Rechtsanwalt. Dadurch können aufgrund von einer fehlenden Quelle und der entsprechenden Nennung des Urheber schnell Forderungen in vierstelliger Höhe entstehen.

Außerdem können Universitäten fehlerhafte Literaturangaben auch als Plagiat bzw. Betrugsversuch werten und Strafen nach dem Hochschulrecht verhängen.

Wird Ihnen zu Unrecht ein Plagiatsversuch vorgeworfen, können Sie mit juristischen Mittel dagegen vorgehen. Wenden Sie sich in einem solchen Fall am besten an einen auf Hochschulrecht oder Urheberrecht spezialisierten Anwalt. Dieser prüft, ob die Vorwürfe berechtigt sind und welches Vorgehen sinnvoll ist.

Zusammenfassung – FAQ zur Quellenangabe

Frage 1: Worauf sollte grundsätzlich bei der Quellenangabe geachtet werden?

Es ist generell ratsam, für die Quellenangabe genügend Zeit einzuplanen, denn wenn der Abgabetermin immer näher rückt, kann dies zu Unachtsamkeiten führen. Möglicherweise führen solche Flüchtigkeitsfehler zu einer schlechteren Note oder einem Plagiatvorwurf. Gehen Sie zudem bei der Literaturangabe mit äußerster Sorgfalt vor.

Frage 2: Wie gibt man Internetquellen an?

Sollen Inhalte aus dem World Wide Web für eine wissenschaftlich Arbeit verwendet werden, müssen Sie die Internetquelle angeben. Die Quellenangabe einer Internetseite beinhaltet neben dem Autor und dem Titel des Aufsatzes auch die entsprechende URL sowie das Zugriffsdatum. Diese Informationen sind notwendig, weil im Internet ständig Änderungen an Bilder oder Texten vorgenommen werden können. Aus diesem Grund ist es ratsam, eine Kopie der Seite zu erstellen, zum Beispiel durch einen Screenshot, der ggf. als Beleg dient.

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